In der Schule sind sie höflich, mit Freunden total entspannt und mit Nachbarn können sie chillig Small Talk halten. Und wenn Mama dann was will, zum Beispiel wissen, wie der Tag so war, dann sind meine Teenager plötzlich super genervt, einsilbig und schneller in ihren Zimmern verschwunden, als ich gucken kann. Als wäre ich die größte Nervensäge der Welt. Autsch.
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Um das Verhalten meiner Teens besser zu verstehen und um mich selbst (hoffentlich) zu trösten, hab ich mich schlau gemacht, warum sie mich oft so anders, fast ablehnend, behandeln.
Der unangenehmste Liebesbeweis der Welt
Wir alle performen ein bisschen, wenn wir das Haus verlassen und passen uns an unser Umfeld an. Teenager machen das besonders intensiv. In der Schule sind sie besonders achtsam, witzig oder vorlaut und mit Freund*innen sind sie cool und mutig und riskieren auch mal was. Außerdem haben sie gelernt, was Erwachsene von ihnen erwarten und wie man sich ihnen gegenüber gibt.
Und all das müssen sie nicht zu Hause. Sie müssen sich bei Mama und/ oder Papa nicht beweisen, sie müssen keine Rolle spielen und schon gar nicht müssen sie Gefühle überspielen. Sie können einfach sein, wie sie sind. Weil sie sich emotional sicher fühlen. Und oft sind sie das besonders stark bei Mama. Denn Mama ist meistens ihre Ansprechpartnerin.
Und es stimmt. Ich bin emotional eher verfügbar. Und damit bekomme ich auch alle Höhen und Tiefen der pubertären Emotionen ab. Aber nicht, weil meine Teenager mich nicht mögen oder mich ablehnen, sondern weil sie mir vertrauen und wissen, dass sie sicher sind.
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Pubertät = Abstand
Es gehört zur Entwicklung dazu, dass Teenager sich von ihren Eltern lösen. Und je enger die Beziehung (vorher) war, umso eher kracht es auch in dieser Phase.
Während sie aber auf der einen Seite nach Freiheit und Selbstständigkeit streben, brauchen sie ihre Eltern und vor allem die Sicherheit, die sie ausstrahlen. Und so kommt es, dass man 30 Minuten mit dem Kind darüber streitet, wann es zu Hause sein soll, nur damit es kurz danach fragt, ob man mit ihm zum Amt gehen könne, den neuen Ausweis abholen (weil es sich das alleine noch nicht zutraut).
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Mütter und Töchter
Während mein Sohn meistens einfach so durch die Pubertät hindurch rutscht und wir wirklich selten aneinandergeraten, sieht die Sache mit mir und meiner Tochter ganz anders aus. Manchmal ist es eine wirklich seltsame Mischung aus Nähe, Vergleich, Reibung und Abgrenzung.
Ich fühle mich regelrecht von ihr beobachtet und bewertet. Was ich anhabe, wie ich spreche, was ich sage, wie peinlich ich (ihr) gerade bin, all das kommentiert sie. Manchmal sehr ungefiltert.
Aber auch das ist normal, denn ich bin ihre Bezugsperson und, anders als bei meinem Sohn, ihr (Rollen)Vorbild. Sie muss sich also gleich doppelt von mir lösen: Einmal emotional, um auf eigenen Beinen stehen zu können und selbstständig zu leben. Aber eben auch in ihrem Rollenverständnis. Sie muss herausfinden, welche Frau sie werden und sein möchte und in der Regel ist das eine andere, als ich es bin. Konflikte sind da fast vorprogrammiert.
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Mütter und Söhne
Mein Sohn, und viele andere Jungs in der Pubertät, ziehen sich hingegen vermehrt zurück. Sie werden wortkarg, reagieren genervt und manchmal auch ganz schön schnippisch. Aber auch das gehört wohl zum Ablöseprozess.
Ich weiß, dass das Schweigen meines Sohnes keine Ablehnung meiner Person ist, auch wenn die Gedanken sich manchmal trotzdem einschleichen. Er hat vieles schon immer mit sich selbst ausgemacht und das ist aktuell nicht anders. Ich weiß aber auch, dass wenn ihm etwas wirklich auf dem Herzen liegt, er zu mir kommt und davon berichtet.
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Was brauchen Teenager und was hilft Mamas?
Teenies brauchen entspannte Eltern, die ihnen faire Grenzen setzen, Freiheiten zugestehen und die loslassen können. Und den Teens und Mamas (und Papas) hilft,
- nicht jedes Augenrollen persönlich nehmen (sonders es aufs Alter zu schieben),
- nicht jede Diskussion gewinnen wollen,
- Interesse zeigen, ohne zu verhören,
- ansprechbar bleiben,
- Grenzen setzen, ohne permanent zu eskalieren.

Mamas dürfen verletzt sein
Es ist normal, wenn Teenager sich von ihren Eltern distanzieren. Die Konfrontationen, Diskussionen und das ‚Eltern peinlich‘ finden hilft ihnen genau dabei. Das heißt aber nicht, dass es normal ist, als Mama einfach alles einzustecken, was verletzt.
Expertin für Familien- und Erziehungsthemen
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Wenn Teenager ständig patzig sind oder einen ignorieren, darf uns das stören. Und dann dürfen wir das auch kommentieren und deutlich machen, wie verletzend Worte oder Verhalten sein kann. Nicht, um dem Kind Schuldgefühle zu machen, sondern weil es eine gute Beziehung ausmacht, ehrlich zueinander sein zu können. Und dann reicht ein „Ich weiß, dass du genervt bist, aber so mit mir zu reden, verletzt mich.“
Und auch wenn es sich mitten in der Pubertät nicht so anfühlt: Die meisten Teenager kommen irgendwann wieder näher zurück. Häufig dann, wenn sie sich ein bisschen mehr selbst gefunden haben. Bis dahin hilft dir und mir hin und wieder die Erinnerung, dass ausgerechnet die Menschen am meisten abbekommen, bei denen man sich am sichersten fühlt.
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