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Vorsicht, Panda-Syndrom: So entkommen Paare der Kuschelfalle

© Getty Images

Panda-Syndrom: Was tun, wenn die Beziehung in der Kuschelfalle steckt?

Viele Paare werden es kennen: Statt Sex zu haben, sitzt man lieber kuschelnd auf der Couch. Hallo, Panda-Syndrom. Vor allem Paare mit eigenen Kindern oder Langzeitpaare trifft es oft. Erfahre hier, was dahinter steckt und was dagegen hilft!

Es könnte alles so schön sein. Man liebt sich und ist schon länger ein Paar. Vielleicht hat man auch ein gemeinsames Zuhause oder sogar Kinder. Es läuft super und dann plötzlich entdeckt man, dass man in eine Falle getappt ist. In die Kuschelfalle. Dahinter steckt das sogenannte Panda-Syndrom.

Vor lauter Vertrautheit und Alltagssorgen ist man vom Liebespaar zu etwas anderem mutiert. Eher freundschaftlich und vertraut, statt wild verliebt und leidenschaftlich. Verständnis, Harmonie und eine Prise Pragmatismus, Alltag und Gewohnheit sind an die Stelle von Lust und Leidenschaft gerückt: Das Panda-Syndrom hat sich breit gemacht.

Diesen schönen Namen hat das Ganze, weil man Panda-Bären nachsagt, zu faul und träge für die Fortpflanzung zu sein. Sie liegen lieber gemütlich nebeneinander.

Gerade viele Eltern landen in der Kuschelfalle

Paare, bei denen das Sexualleben mit der Zeit weniger wird oder gar einschläft, gibt es sicherlich viele. Solche Phasen können vorkommen, wenn es mal wieder stressig ist oder einfach einer von beiden eine miese Phase hat, in der ihm nicht der Sinn nach Sex steht.

Aber beim Panda-Syndrom ist es anders. Hier wird der eigentliche Sex immer weniger, dafür wird mehr gekuschelt. Man mag sich immer noch und findet sich auch körperlich anziehend, aber eben anders. Weniger leidenschaftlich, sondern eher zärtlich und liebevoll.

Und das verändert die Beziehung durchaus. Denn aus dieser so gemütlichen Kuschelfalle kommt man als Paar so schnell nicht wieder raus.

Ein Treiber für die Kuschelfalle sind auch die eigenen Kinder. Denn bei Eltern kommt eben hinzu, dass die Belange der Kinder in der Regel vorgehen und man seine eigenen Wünsche immer weiter zurücksteckt.

War man vorher ein Liebespaar und hatte nur sich, sind jetzt eben die Kinder im Fokus, und beide Elternteile stellen sich womöglich die Frage: Wie bleibt man ein Paar, wenn man eben auch Eltern geworden ist, mit alle dem, was das mit sich bringt? Der Fokus hat sich verschoben, ganz zu Schweigen vom täglichen Mental Load, den das Leben als Mutter so mit sich bringt.

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Wohlgemerkt: Wir reden hier nicht von wenig Sex in der Beziehung oder phasenweise zu wenig Sex. Beim Panda-Syndrom wird der Sex schlichtweg unwichtig für beide Partner. Er fehlt keinem von beiden.

Für beide ist es das Schönste, sich zu küssen, miteinander zu reden, Arm in Arm auf dem Sofa zu liegen, sich nah zu sein. Sex ist gar kein Thema mehr. Klar, denkt man sich womöglich, dass es wichtig wäre, die Sexualität wieder ein wenig zu beleben, aber dann scheitert es eben oft am Stress auf der Arbeit, der Tatsache, dass die Kinder nachts ins Bett kommen, weil sie nicht schlafen können oder es fehlt schlichtweg an der Energie, sich überhaupt freiwillig zu bewegen.

Und natürlich müssen nicht immer eigene Kinder Schuld sein oder der Stress auf der Arbeit. Die Gründe können vielfältig sein. Und um nochmal das Bild des niedlichen Pandas zu bemühen: Ähnlich wie die flauschigen Tierchen ist man schlichtweg zu träge und zu faul für Sex.

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Betrifft das Panda-Syndrom nur Eltern und Langzeitpaare?

Sollte man meinen, ist aber nicht so. So zeigt die Studie des Partnervermittlung-Portals Parship, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Beziehungsdauer, Kindern ja oder nein und der sexlosen Zweisamkeit gibt. Egal ob nur ein paar Jahre oder 20 Jahre Beziehung, ob ein oder drei Kinder: Pandas gibt es in allen Sparten.

Und das Phänomen ist verbreiteter als man denkt: Rund 28 Prozent der Paare in Deutschland sind bekennende Sexmuffel und kuscheln lieber, statt mal wieder wilden Sex zu haben. Frauen sind dabei mit 35 Prozent häufiger vom Panda-Syndrom befallen als Männer mit 22 Prozent. Könnte mit dem Mental Load zusammenhängen, den vor allem viele Mütter im Alltag erleben und der ihnen Kraft und Zeit raubt.

Laut der Studie findet sich übrigens ein Zusammenhang zwischen dem empfundenen Beziehungsglück und der Sex-Müdigkeit. Die Befragten, die angaben, eigentlich ohne ihre bessere Hälfte glücklicher zu sein, ergriffen auch seltener die Initiative im Bett (39 Prozent). Die Befragten, die angegeben hatten, ohne den/die aktuelle*n Partner*in unglücklicher zu sein (27 Prozent), sagten das weniger.

Was können Paare gegen das Panda-Syndrom tun?

Sind beide Partner mit der Kuschel-Beziehung zufrieden, muss man nicht zwangsläufig wieder das wilde Sexleben forcieren. Umfragen zeigen, dass sich viele Paare eine sexlose Beziehung durchaus vorstellen können. So sagen 32,7 Prozent der Männer und sogar 52,9 Prozent der Frauen „Ich kuschele lieber, statt mit meinem Partner oder meiner Partnerin Sex zu haben.“

Dennoch sollte man sich immer in Erinnerung rufen, wie wichtig Sex und Körperlichkeit für die Partnerschaft ist. Er wirkt wie eine Art Bonding zwischen den Liebenden, das heißt, Sex stärkt die Bindung zueinander, macht sie stärker für Belastungen aller Art.

Zum einen, weil Sex eben das Gefühl, einander nahe zu sein, stärkt, und weil Sex eben auch Stress abbaut und für Zufriedenheit, Entspannung und innere Ruhe sorgt. Und die können auch Paare mit Kindern sicher mehr als gut gebrauchen.

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Paare, die zu kleinen Kuschel-Pandas mutiert sind, sollten sich deshalb einfach mal überlegen, ob sie so ganz und gar ohne Sex leben möchten. Man muss ja nicht von null Mal Sex auf fünfmal die Woche hochfahren, aber einmal im Monat wäre doch auch schon mal eine Hausnummer.

Wichtig: Reden hilft, auch oder gerade wenn es um Sex geht. Das Thema sollte in einer funktionierenden Partnerschaft nicht totgeschwiegen werden oder dem Alltag geopfert werden. Sprecht die Sex-Flaute also unbedingt an. Vielleicht sieht er bzw. sie es genau so und ihr könnt zusammen dagegen angehen.

Tipp: Oftmals braucht es einen ersten Impuls, um die sexlose Phase zu beenden und das „Ich-bin-zu-müde-für-Sex“-Muster zu durchbrechen. Bedeutet für Eltern: Quartiert die Kinder aus, wenn möglich. Vielleicht bei den Großeltern oder man macht mit Freund*innen, die auch Kinder haben, einen Deal, dass beide Seiten ab und an die Kinder der anderen übernehmen.

Natürlich kann niemand auf Knopfdruck Lust auf Sex haben. Aber dann geht es langsam an und setzt euch nicht unter Druck. Versucht, schöne Gelegenheiten für Sex schaffen, also euch einfach mal wieder zu „daten“, so wie früher. Geht aus, sorgt für eine Wohlfühlatmosphäre, macht einen Kurztrip – ein Ortswechsel ist auch immer Gold Wert.

Fakt ist: Hat man das „Erste Mal“ nach längerer Abstinenz erstmal geschafft, läuft das Sexleben oft wieder ganz von selbst an. Testet es aus und gebt euch als Liebespaar wieder eine Chance. Im Idealfall werden die Kuschelabende auf dem Sofa weniger – oder zumindest enden sie im Bett.

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