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Dein Teenager wünscht sich nichts zum Geburtstag? Das kannst du trotzdem schenken

Porträt eines Teenager-Jungen, ca. 16 Jahre alt.
© Getty Images/ The Good Brigade

Vorab im Video: Diese Jobs eignen sich für Teenager zwischen 13 und 16 Jahre

Dein Teenager hat keinen Geburtstagswunsch? Warum das normal ist und was Eltern daraus lernen (und trotzdem schenken) können.

Mein Sohn wird in nicht einmal sechs Tagen 16. Eigentlich ein Anlass, um ihm einen großen, vielleicht sogar größeren Wunsch zu erfüllen. Aber er hat genau gar keinen. Er wünscht sich absolut nichts.

Weil Geschenke aber irgendwie dazugehören, fällt es mir schwer, so gar nichts zu verpacken. Noch schwerer fällt es mir, zu verstehen, warum genau er so gar keinen Wunsch hat. Irgendwie wirkt es fast ein bisschen gleichgültig oder vielleicht sogar traurig? Ist ihm der Geburtstag vielleicht egal geworden?

Vermutlich nicht. Feiern will er ihn nämlich mit seinen Freunden und Freundinnen. Und genau darin, das habe ich mittlerweile verstanden, steckt auch die Antwort auf die Frage, warum er keinen (großen) Wunsch hat.

Warum Teenager keine klassische Wunschliste mehr haben

Kinder denken oft konkret. Sie sehen ein Spielzeug und wünschen sich das. Teenager denken aber schon darüber nach, was sie wirklich brauchen. Immerhin besitzen sie schon viel, was sie auch tatsächlich benutzen. Man denke nur ans Smartphone als täglichen Begleiter inklusive der Kopfhörer, den eigenen PC oder das Tablet und jede Menge Shirts, Hosen, Schuhe oder Sportausrüstungen.

Wichtiger als der Besitz von Dingen, so scheint es auch auf meinen Sohn zuzutreffen, sind Freundschaften und die eigene Selbstständigkeit. Geschenke stehen für ihn nicht (mehr) im Mittelpunkt seines besonderen Tages.

„Ich brauche nichts“ kann auch mehr bedeuten

Natürlich kann ein Teenager sagen, dass er nichts braucht und es genau so meinen. Manchmal weiß er es auch einfach nicht. Immerhin ist er zu groß für ‚Kindersachen‘, aber fühlt sich vielleicht noch nicht alt genug für ‚Erwachsenenwünsche‘.

Manchmal möchten Teenager ihren Eltern auch einfach keine zusätzlichen Kosten verursachen. Möglicherweise, weil das Geld knapp ist, oder weil sie sehr bewusst wahrnehmen, wie teuer bestimmte Dinge sind.

Und manchmal möchten sie mit ihren Nichtwünschen auch beweisen, dass sie unabhängig sind und selbst entscheiden wollen, was sie besitzen oder kaufen.

Die Bedeutung von Geburtstagen verändert sich

Für Kinder ist ihr Geburtstag oft der beste Tag des Jahres. Sie stehen im Mittelpunkt und ihnen werden große (materielle) Wünsche erfüllt. Teenager freuen sich hingegen mehr auf die Feier mit Freundinnen und Freunden, auf die gemeinsame Zeit und die Erlebnisse.

Auch ein entspannter Tag mit der Familie, ohne verpflichtende Programmpunkte kann ihnen den Geburtstag versüßen. Einfach ausschlafen, zusammen frühstücken, vielleicht etwas unternehmen. Das heißt nicht, dass ihnen der Geburtstag weniger bedeutet, es sind ihnen einfach andere Dinge wichtiger geworden.

Was Eltern nicht tun sollten

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Verlockung groß ist, vielleicht doch einen Wunsch aus dem Teenager zu kitzeln. Aber damit baut man nur Druck auf und macht das eigentlich Schöne, nämlich ein Geschenk, zu einer Aufgabe für das Kind. Nach Geburtstags(vor)freude klingt das nicht.

Undankbar ist es auch nicht, dass sich ein Teenager nichts wünscht. Es zeigt einfach nur, dass seine Prioritäten andere sind und das er sich wirklich aus den Kinderschuhen entwickelt hat.

Was Eltern tun können

Wer weiß, dass die Antwort auf die Frage, „Was wünscht du dir?“ unbeantwortet bleibt, sollte besser danach fragen, wie der Teenager seinen Geburtstag verbringen möchte. Vielleicht möchte er mit Freunden ins Kino, eine Shopping-Tour machen, ein Restaurant besuchen oder einfach entspannt zu Hause mit Kuchen und Drinks chillen.

Meinem Teenager fällt es leichter, zu sagen, was er gerne machen möchte, als sich einen konkreten Gegenstand auszusuchen. Und so eine Party mit Freundinnen und Freunden kostet auch ein bisschen was.

Und natürlich dürfen Eltern einem Teenager, der sich nichts wünscht, ein kleines Geschenk machen. Wichtig ist dabei aber, dass es etwas ist, dass seine Interessen widerspiegelt und nicht etwas, das den Vorstellungen der Eltern entspricht.

Gerade die kleinen Aufmerksamkeiten sind es, die gut ankommen können: ein Buch von einem Autor oder einer Autorin, die er gerne liest, Konzertkarten oder ein Gutschein für eine Aktivität. Oder auch Geld für einen späteren Wunsch.

Geschenkt werden darf, was Freude macht. Und das muss nicht immer etwas materielles sein, sondern kann auch ein gemeinsames Erlebnis sein. Damit verliert der Geburtstag keineswegs seinen Zauber.

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