Im August und September waren sie kaum zu übersehen: die glänzenden, dunklen Früchte des Kirschlorbeers. Inzwischen sind sie von den Sträuchern gefallen. Und genau jetzt beginnt das Problem.
Denn die Früchte verschwinden nicht einfach. Sie liegen auf dem Rasen, zwischen Stauden, unter der Hecke oder im Laub. Und in ihrem Inneren steckt etwas, das im Garten besser nicht bleiben sollte: ein keimfähiger Samen.
Im Oktober solltest du Kirschlorbeer-Früchte einsammeln
Wenn du eine Kirschlorbeer-Hecke im Garten hast, gehört deshalb eine Gartenarbeit im Oktober unbedingt auf deine To-do-Liste: Sammle die heruntergefallenen Früchte und Samen gründlich ein.
Das ist nicht nur wichtig, wenn Kinder oder Haustiere in deinem Garten unterwegs sind. Die Samen des Kirschlorbeers sind hochgiftig. Werden sie zerkaut, kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungssymptomen kommen.
Doch es gibt noch einen zweiten Grund, warum die Früchte weg sollten. Und der betrifft nicht nur deinen eigenen Garten.
Aus einer Frucht kann ein neuer Kirschlorbeer werden
Kirschlorbeer sieht mit seinen glänzenden dunkelgrünen Blättern zwar schön aus, ist immergrün und wächst schnell. Genau diese Eigenschaften haben ihn über Jahre zu einer beliebten Heckenpflanze gemacht.
Für die heimische Natur kann seine Ausbreitung allerdings zum echten Problem werden. Kirschlorbeer kann sich außerhalb von Gärten etablieren und dort heimische Pflanzen verdrängen. Besonders in Wäldern und an Waldrändern sind verwilderte Bestände problematisch.
Mehr zum Thema: Immergrüne Heckenpflanze: Warum ist Kirschlorbeer eigentlich so verhasst?

Lässt du die Früchte unter deiner Hecke liegen, können die darin enthaltenen Samen keimen. Dann wächst plötzlich nicht nur dort Kirschlorbeer, wo du ihn ursprünglich gepflanzt hast.
Kirschlorbeer ist ein aggressiver Eindringling
Noch problematischer: Die Gartengrenze hält die Pflanze nicht auf.
Tiere, insbesondere Vögel, können die Früchte fressen und die enthaltenen Samen an anderer Stelle wieder ausscheiden. Auf diese Weise gelangen die Samen mitunter weit über den ursprünglichen Garten hinaus.
So kann aus einer einzelnen Kirschlorbeer-Hecke nach und nach ein Problem für die Pflanzenwelt in der Umgebung werden.
Darum ist Kirschlorbeer für heimische Pflanzen problematisch
Ein einzelner Kirschlorbeer-Sämling sieht zunächst ziemlich harmlos aus. Doch die Pflanze hat einige Eigenschaften, die ihr einen Vorteil verschaffen.
Kirschlorbeer ist sehr robust und kann dichte Bestände bilden. Dadurch nimmt er anderen Pflanzen Licht und Platz weg. Vor allem in der Krautschicht von Wäldern kann das zum Problem werden.
Wo sich Kirschlorbeer stark ausbreitet, können heimische Pflanzen zurückgedrängt werden. Und das betrifft indirekt auch Tiere.
Denn heimische Pflanzen sind Nahrungsgrundlage und Lebensraum für zahlreiche Insekten und andere Tiere. Gerade spezialisierte Insekten sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen. Verschwinden diese, verändert sich damit auch das Nahrungsangebot.
Lies dazu: Das sind die besten heimischen Heckenpflanzen als Kirschlorbeer-Alternative
Kirschlorbeer-Früchte besser nicht auf den Kompost werfen
Nachdem du die Früchte mühsam eingesammelt hast, stellt sich natürlich die Frage: Wohin damit?
Die sicherste Lösung für Früchte und Samen ist der Restmüll.
Bitte nicht auf dem Kompost entsorgen. Schließlich möchtest du verhindern, dass keimfähige Samen später mit fertigem Kompost wieder im Garten verteilt werden.
Auch bei der Biotonne würde ich im Zweifel auf Nummer sicher gehen und vorher die Vorgaben deines örtlichen Entsorgers prüfen. Die Entsorgung von Bio- und Gartenabfällen wird kommunal geregelt und kann sich deshalb je nach Wohnort unterscheiden.
Für eine kleine Menge heruntergefallener Kirschlorbeer-Früchte samt Samen ist deshalb der gut verschlossene Restmüll die unkomplizierte Variante, wenn du eine weitere Verbreitung möglichst sicher verhindern möchtest.
So bekommst du die kleinen Früchte leichter vom Rasen
Zugegeben: Hunderte einzelne Kirschlorbeer-Früchte aus dem Gras zu sammeln, klingt nicht gerade nach einer schönen Beschäftigung für einen Samstagnachmittag. Zum Glück musst du nicht jede Frucht einzeln mit den Fingern aufheben.
Auf einer kurz gemähten Rasenfläche funktioniert ein Laub- oder Fächerrechen gut. Reche dabei langsam in eine Richtung und bilde mehrere kleine Haufen. Die Früchte kannst du anschließend mit Garten-Handschuhen aufsammeln (Achtung, die Früchte färben!) oder mit einer Kehrschaufel aufnehmen.
Noch einfacher wird das Aufsammeln der Kirschlorbeer-Früchte mit diesen Tricks:
- Erst mähen, dann sammeln: Ist der Rasen sehr hoch, verstecken sich die dunklen Früchte zwischen den Halmen. Ein etwas kürzerer Rasen erleichtert die Suche deutlich.
- Eine Plane unterlegen: Hängen noch Früchte am Strauch, kannst du vor der nächsten Reinigungsrunde eine Plane oder ein altes Bettlaken unter der Hecke ausbreiten. Herunterfallende Früchte landen darauf und lassen sich später gesammelt entfernen.
- Unter der Hecke mit einem Handrechen arbeiten: Zwischen Ästen und Stauden kommst du mit einem kleinen Handrechen besser an die Früchte als mit einem großen Laubrechen.
- Laub genau kontrollieren: Kirschlorbeer-Früchte verschwinden im Oktober schnell unter dem ersten Herbstlaub. Reche deshalb nicht nur den Rasen, sondern kontrolliere auch Laubhaufen unter und neben der Hecke.
- Nach einigen Tagen noch einmal nachsehen: Selbst wenn die meisten Früchte bereits unten liegen, können weitere nachfallen. Ein zweiter Kontrollgang lohnt sich.
Besonders gründlich solltest du übrigens an Grundstücksgrenzen sein. Grenzt deine Kirschlorbeer-Hecke an einen Gehweg, Nachbargarten oder eine andere Grünfläche, lohnt es sich, den Bereich entlang der Hecke besonders sorgfältig zu kontrollieren.
Eine kleine Gartenarbeit mit großer Wirkung
Natürlich wirst du mit einem Laubrechen nicht jeden einzelnen Samen erwischen. Darum geht es auch gar nicht.
Aber je mehr Früchte du entfernst, desto weniger Samen können direkt unter deiner Hecke keimen oder von Tieren weitergetragen werden.
Wenn du also im Oktober ohnehin das erste Herbstlaub zusammenrechest, lohnt sich ein zusätzlicher Blick unter den Kirschlorbeer. Dunkle Früchte und herumliegende Kerne einsammeln, in einen Beutel geben und über den Restmüll entsorgen.
So reduzierst du das Risiko für Kinder und Haustiere und hilfst gleichzeitig dabei, dass sich der Kirschlorbeer nicht noch weiter über deinen Garten hinaus ausbreitet.
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