PEKiP-Kurse sind für viele frischgebackene Eltern einer der ersten festen Termine im neuen Familienalltag. Doch was steckt eigentlich hinter dem Prager-Eltern-Kind-Programm? Ist PEKip wirklich Frühförderung oder einfach nur gemeinsames Spielen?
Hier findest du die wichtigsten Fakten zu PEKiP.
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Was ist PEKiP?
PEKiP ist ein Akronym und steht für ‚Prager Eltern-Kind-Programm‘. Das Konzept wurde in den 1970er Jahren von der deutschen Psychologin Christa Ruppelt entwickelt und basiert auf Erkenntnissen aus der Entwicklungspsychologie und Bewegungsförderung.
Ziel von PEKiP ist es, Babys im ersten Lebensjahr achtam in ihrer Entwicklung zu begleiten und gleichzeitig die Eltern zu stärken.
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Ab wann ist ein PEKiP-Kurs sinnvoll?
PEKiP richtet sich an Kinder ab der 4. bis 6. Lebenswoche. Der Einstieg ist aber auch danach jederzeit möglich. Entscheidend ist, dass ein Baby schon Phasen hat, in denen es wach und aufmerksam ist und auch erste Bewegungen bewusst ausführen kann.
PEKiP-Kurse begleiten Eltern und Kind in der Regel durch das gesamte erste Lebensjahr.
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Was bringt PEKiP wirklich?
Wichtig zu wissen: PEKiP ist keine Förderung im therapeutischen Sinne und auch kein Leistungsprogramm für Babys. Tatsächlich zeigen Studien bisher keine nachweisbaren Entwicklungsvorteile gegenüber Kindern ohne PEKiP.
Was PEKiP aber leisten kann:
- bewusst Zeit für Eltern und Kind
- Stärkung der Eltern-Kind-Bindung
- Sicherheit im Umgang mit dem Baby
- Austausch mit anderen Eltern
- Anregungen für Spiele und Bewegung
Was passiert in einem PEKiP-Kurs?
Ein PEKiP-Kurs besteht meist aus 6 bis 8 Eltern-Kind-Paaren und wird von einer zertifizierten PEKiP-Lursleitung begleitet.
Typisch für einen PEKiP-Kurs:
- Babys sind meist nackt, um sich freier bewegen zu können
- der Raum ist sehr warm und alles findet auf dem Boden statt
- es gibt altersgerechte Spiel- und Bewegungsanregungen
- kein Leistungsdruck, kein mitmachen müssen
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Im Kurs selbst zeigt der oder die Kursleiter*in Spielideen, beobachtet und unterstützt Eltern und Kind. Die Eltern entscheiden durchgehend selbst, was sich für ihr Kind gut anfühlt und was nicht.
Ist PEKiP wirklich Frühförderung?
PEKiP-Kurse verstehen sich mehr als bindungsorietierter Eltern-Kind-Kurs als als ‚Leistungsprogramm‘, weshalb der Begriff Frühförderung etwas missverständlich ist.
PEKiP:
- fördert Beziehung, Wahrnehmung und Austausch
- ersetzt keine medizinische oder therapeutische Frühförderung
- setzt bewusst auf individuelles Tempo statt Vergleich
Wie lange kann man PEKiP besuchen?
Das Prager Eltern-Kind-Programm fördert vor allem die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr. Viele Gruppen starten früh und begleiten die Babys bis zum Krabbeln oder den ersten Steh- und Laufversuchen.
Danach sind andere Kursformen, wie beispielsweise das Eltern-Kind-Turnen passender.
Was kostet ein PEKiP Kurs?
Ein Kurs erstreckt sich meist über 8 bis 11 Gruppenstunden und kostet je nach Region zwischen 70 bis 120 Euro. Manche Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten über bestimmte Bonusprogramme. Am besten informierst du dich bei deiner Krankenkasse dazu.
Tipp: Neben PEKiP gibt es zahlreiche andere Kurse, die ähnliche Ziele haben. Informiere dich am besten bei deiner Stadt oder Gemeinde über die möglichen Angebote. Du kannst auch immer deine Hebamme, Freunde und Bekannte fragen – oft finden sich so die besten Programme.
Für wen PEKiP geeignet ist und für wen nicht?
Eltern, die sich Austausch wünschen, ihr Baby besser verstehen möchten und das alles ohne Leistungsdruck, werden in einem PEKiP-Kurs genau das finden.
Eltern, die auf der Suche nach gezielter Entwicklungsförderung sind, die schnelle Fortschritte sehen wollen oder die sich in Gruppensituationen gestresst fühlen, sollten besser auf einen PEKiP-Kurs verzichten.
Wichtiger Hinweis zum Schluss: Die Informationen und Tipps in diesem Artikel sind lediglich Anregungen. Jedes Kind ist anders und reagiert auf seine eigene Art und Weise. Es ist deshalb wichtig, dass du auf dein Kind eingehst und so herausfindest, welcher Weg der beste für euch ist.
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