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Warum wir in der Erziehung manchmal die Nerven verlieren

Junge, blonde Mutter kniet vor ihrem Klienkind-JUngen und schimpoft ihn aus.
Kinder sollten nicht für jedes Fehlverhalten ausgeschimpft werden. Credit: Adobe Stock7zvkate

Wer seine Kinder anschriet, fühlt sich danach meist schlecht. Doch warum machen wir es dennoch? Wir sagen dir, wie du aus der Wutfalle rauskommst.

Ich dachte ich bin die Ruhe in Person und habe Nerven aus Stahl. Geduld war meine Stärke. Eigentlich. Bis mein Sohn auf die Welt kam. Plötzlich war von Ruhe und Geduld nichts mehr zu sehen. Die Nerven lagen schnell blank. Entweder weil das Kind nicht hörte oder ich einfach in vielen Situationen überfordert war.

Und plötzlich war sie da: Meine laute Stimme. Die, die ich eigentlich nie erheben wollte. Kaum ist es passiert, folgt oft das schlechte Gewissen. Warum schreien wir unsere Kinder an, obwohl wir es eigentlich gar nicht wollen? Und warum belastet uns das hinterher so sehr?

Niemand plant, sein Kind anzuschreien

Ich würde behaupten, kein Elternteil steht morgens auf und denkt:“Heute werde ich mein Kind anschreien.“ Im Gegenteil. Die meisten wünschen sich einen liebevollen und geduldigen Umgang.

Doch der Alltag sieht oft anders aus. Zeitdruck, Schlafmangel, Stress im Job oder Streitigkeiten in der Familie können dazu führen, dass die Belastungsgrenze schneller erreicht wird. Kommt dann noch ein Kind dazu, das gerade trotzt, diskutiert oder Anweisungen ignoriert, reicht manchmal ein kleiner Auslöser aus.

Das Anschreien ist dabei meist keine bewusste Entscheidung, sondern eine spontane Reaktion auf Überforderung.

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Warum wir in Stresssituationen lauter werden

Unser Gehirn ist darauf programmiert, in stressigen Situationen schnell zu reagieren. Wenn wir uns unter Druck fühlen, übernimmt oft der emotionale Teil des Gehirns die Kontrolle. Rationales Denken tritt oft in den Hintergrund.

Die Folge: Wir reagieren impulsiver, werden ungeduldiger und greifen schneller zu einem schärferen Ton. Laut zu werden kann kurzfristig das Gefühl vermitteln, die Situation wieder unter Kontrolle zu haben. Langfristig löst es das eigentliche Problem jedoch selten.

Mein Mama-Tipp

Perfektion ist bei der Erziehung nie das Ziel. Viel wichtiger ist es, aus solchen problematischen Situationen zu lernen und immer wieder einen respektvollen Weg zurück zueinander zu finden.

Expertin für Mama-Themen rund um Kleinkinder

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Das schlechte Gewissen kommt meist sofort

Viele Eltern bereuen es direkt nach dem Anschreien. Sie sehen die traurige Reaktion ihres Kindes oder merken selbst, dass sie überreagiert haben.

Das schlechte Gewissen entsteht häufig, weil das eigene Verhalten nicht zu den eigenen Werten passt. Eltern möchten ihre Kinder unterstützen, stärken und respektvoll behandeln. Wenn man stattdessen laut wird, entsteht ein innerer Konflikt.

Lesetipp: Eltern-Tipp: Das hilft, wenn du deinem Kind gegenüber laut geworden bist

Kinder brauchen keine perfekten Eltern

Die gute Nachricht: Kein Mensch bleibt immer ruhig. Auch die geduldigsten Eltern verlieren gelegentlich die Beherrschung. Entscheidend ist nicht, niemals Fehler zu machen. Wichtiger ist, wie man danach damit umgeht. Eine ehrliche Entschuldigung kann Kindern zeigen, dass auch Erwachsene Fehler machen und Verantwortung übernehmen können.

So könnt ihr Wutausbrüche vermeiden

Komplett vermeiden lassen sich stressige Situationen nicht. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, um die eigene Belastung besser zu steuern:

  • Warnsignale der eigenen Überforderung früh erkennen
  • Kurze Pausen einlegen, wenn die Situation eskaliert
  • Realistische Erwartungen an sich selbst und das Kind haben
  • Für ausreichend Schlaf und Erholung sorgen
  • Hilfe annehmen, wenn der Alltag dauerhaft zu viel wird

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Schon kleine Veränderungen können dazu beitragen, in schwierigen Momenten gelassener zu bleiben.

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