Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen, die an der 30 Grad-Marke kratzen, gibt es eigentlich nur einen Ort, an dem man sein möchte: am Wasser. Leider hat man als Erwachsener aber nicht so viel Zeit, im Freibad oder am Badesee rumzulümmeln.
Was mir verwehrt bleibt, will ich wenigstens meinen Kindern zugestehen. Doch genau das ist inzwischen nicht mehr überall selbstverständlich. Denn einige Frei- und Schwimmbäder lassen Kinder unter 16 Jahren nur noch ohne Begleitung hinein, wenn sie mindestens das Bronze-Schwimmabzeichen vorzeigen können. Damit reagieren die Betreiber auf die steigende Zahl von Kindern, die nicht sicher schwimmen können.
Doch unabhängig davon gilt für viele Eltern vor allem eine Frage: Ab wann darf ein Kind überhaupt alleine ins Schwimmbad oder an den Badesee?
Rechtlich gibt es kein festgeschriebenes Mindestalter, ab dem Kinder alleine schwimmen gehen dürfen. Zwar gelten Kinder ab sieben Jahre nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) als „beschränkt geschäftsfähig“ und können beispielsweise den Eintritt ins Freibad selbst zahlen. Ob ein Kind wirklich allein ins Freibad gehen sollte, entscheidet sich aber an ganz anderen Punkten.
Wie gut kann mein Kind schwimmen?
Im Sinne der Sicherheit gilt im Schwimmbad vor allem: Ein Kind, das ohne Aufsichtsperson schwimmen geht, sollte gut und sicher schwimmen können. Genau deshalb verlangen manche Freibäder inzwischen das Bronze-Schwimmabzeichen. Es gilt als erster anerkannter Nachweis für sicheres Schwimmen.
Das Seepferdchen reicht dafür ausdrücklich nicht aus. Warum, liest du hier >> Das Seepferdchen-Abzeichen ist mit Vorsicht zu genießen<<
Für das Bronze-Abzeichen, den sogenannten ‚Freischwimmer‘, muss ein Kind unter anderem 15 Minuten ohne Unterbrechung schwimmen können und damit eine gewisse Ausdauer beweisen.
Trotzdem ersetzt auch das Bronze-Abzeichen keine Aufsicht. Rettungsschwimmer sorgen im Freibad zwar für zusätzliche Sicherheit, ihre Aufgabe ist es aber nicht, einzelne Kinder permanent im Blick zu haben.
Dennoch gilt: Egal ob Kind oder Erwachsener, hat man die Möglichkeit, in einem ‚gesicherten‘ Bereich zu schwimmen, sollte man immer diese wählen.
Wie selbstständig ist mein Kind?
Mindestens genauso wichtig wie die Schwimmfähigkeit ist die Frage, wie selbstständig dein Kind bereits ist.
Fühlt das Kind sich selbst bereit, tatsächlich alleine, bzw. nur mit Freund*innen in ähnlichem Alter, das Schwimmbad zu besuchen? Weiß es, was es tun muss, wenn es Hilfe braucht oder etwas Unvorhergesehenes passiert? Hält es sich an vereinbarte Regeln und verlässt es das Bad nicht einfach mit Fremden oder fährt spontan noch an einen See weiter?
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Am besten sprecht ihr über mögliche Situationen vorher gemeinsam. Was macht dein Kind, wenn es seine Freund*innen verliert? Wenn jemand verletzt ist? Wenn es sich unwohl fühlt oder früher nach Hause möchte?
Erst wenn dein Kind ausreichend sicher schwimmt, verantwortungsvoll handelt und sich die Situation selbst zutraut, spricht aus Sicht der Sicherheit wenig dagegen, es allein ins Freibad gehen zu lassen. Ob das dann auch im Wunschbad möglich ist, solltet ihr vorher prüfen, denn inzwischen gelten dort teilweise unterschiedliche Regeln.
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