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Ferien mit Kindern: Vorfreude oder Panikmodus für Eltern?

Mutter sitzt gestresst vor einem Laptop zusmamen mit ihren zwei Kindern, die spielen.
© Adobe Stock/Anke Thomass

Vorab im Video: Geld sparen in den Sommerferien

So wird der Urlaub zu Hause zum großen Spaß für alle.

Die Ferien stehen an. Für KInder die pure Freude. Für Eltern bedeutet das jedoch jede Menge Organisation, Kompromisse aber auch Spaß.

Als Kind habe ich die Sommerferien geliebt. Sechs Wochen keine Schule oder kein Kindergarten, lange Tage draußen mit Freunden verbringen, morgens im Schlafanzug draußen frühstücken und einfach das Gefühl von Freiheit genießen. Heute, als Elternteil sehe ich diese Zeit mit ganz anderen Augen.

Versteht mich nicht falsch: Ich liebe die gemeinsame Zeit mit meinem Kind. Aber jedes Jahr, wenn die Ferien näher rücken, merke ich, wie sich neben der Vorfreude auch ein kleines Stressgefühl breitmacht. Denn während die Kinder einfach nur sechs Wochen (bzw. drei in der Kita) frei haben, beginnt für Eltern das große Organisieren.

Und manchmal frage ich mich schon, wer sich dieses System eigentlich ausgedacht hat. Denn wenn wir ehrlich sind: Irgendwie passt das ganze vorne und hinten nicht.

Sechs Wochen Ferien: Aber wer soll das bitte auffangen?

Ich finde es jedes Jahr aufs Neue erstaunlich, wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass Eltern das schon irgendwie geregelt bekommen. Die Realität? Viele von uns haben keine sechs Wochen Urlaub. Nicht einmal ansatzweise.

Also beginnt das große Jonglieren. Wer nimmt wann frei? Können Oma und Opa einspringen? Gibt es noch einen Platz in der Ferienbetreuung? Und was machen wir in den Wochen, in denen einfach niemand Zeit hat? Und was ist mit den alleinerziehenden Müttern bzw. Vätern? Oft gibt es da noch mehr Probleme bei der Aufteilung.

Ganz ehrlich: Das fühlt sich manchmal eher wie Projektmanagement in einem Großunternehmen an als nach Familienleben.

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Urlaub? Planbar nach Kalender, nicht nach Wünschen

Auch beim Familienurlaub läuft selten alles so romantisch ab, wie es auf Instagram aussieht.

Wir überlegen nicht zuerst, wohin wir möchten. Wir überlegen zuerst, wann überhaupt jemand Urlaub nehmen kann. Dann wird abgestimmt, verschoben und gerechnet. Häufig nimmt ein Elternteil die erste Ferienhälfte, der andere die zweite. Schön und erholsam ist was anderes. Und wenn man dann endlich gemeinsam frei hat, ist man oft schon ziemlich urlaubsreif.

Lesetipp: Familienurlaub: Warum es in den Ferien so oft kracht und was hilft

Natürlich gibt es auch Familien, bei denen das problemlos klappt, aber in vielen Fällen sind Kompromisse nötig.

Mein Mama-Tipp

Auch wenn ihr denkt, ihr müsst alles alleine schaffen: Nehmt Hilfe an, wenn sie euch angeboten wird. Egal ob von Freunden, die die Kinder mal nehmen wollen, oder von Oma und Opa. Seid euch nicht zu stolz dafür.

Mama eines 3-jährigen Kita-Kindes
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Der Druck, die perfekten Ferien zu liefern

Was mich manchmal fast noch mehr stresst, ist dieses Gefühl, ständig etwas bieten zu müssen. Hier ein Ausflug, dort ein Freibadbesuch, zwischendurch basteln, Eis essen, Freunde treffen, Fahrradtour, Tierpark… Schließlich sollen die Kinder schöne Ferien haben.

Natürlich weiß ich, dass Kinder nicht rund um die Uhr beschäftigt werden müssen. Langeweile ist wichtig und darf auch sein. Trotzdem meldet sich spätestens am dritten Ferientag zuverlässig jemand mit den Worten: „Mir ist soooo langweilig.“ Und plötzlich habe ich das Gefühl, ich müsste ein sechswöchiges Unterhaltungsprogramm auf die Beine stellen.

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Social Media erhöht den Druck

Was ich an Ferien manchmal anstrengend finde, ist dieses ständige Gefühl, allem gerecht werden zu wollen. Arbeiten, den Haushalt schaffen, den Kindern schöne Erlebnisse bieten und dabei selbst nicht völlig erschöpft sein.

Während ich also sowieso schon durch Planung und Organisation gestresst bin, macht es mir Social Media nicht einfacher. Wenn ich durch Instagram scrolle, habe ich manchmal das Gefühl, andere Familien verbringen sechs Wochen ausschließlich an idyllischen Seen, in Freizeitparks oder beim Sonnenuntergang am Strand.

Die Realität bei uns sieht anders aus. Es gibt auch Tage, an denen einfach Wäsche gewaschen wird, die Küche aussieht wie ein Schlachtfeld und ich nachmittags froh bin, wenn alle satt und halbwegs zufrieden sind. Und wisst ihr was? Das ist wahrscheinlich in den meisten Familien so.

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Trotzdem sind genau diese Wochen etwas Besonderes

Bei all dem Chaos und dem Stress gibt es nämlich auch die andere Seite. Wir schlafen länger (zumindest haben wir die Option), frühstücken gemeinsam, lachen mehr und haben endlich Zeit füreinander. Plötzlich entstehen diese kleinen Momente, die man gar nicht planen kann: eine spontane Wasserschlacht im Garten, ein Eis auch mal vor dem Abendessen, ein langer Spieleabend auf dem Balkon bis es dunkel wird oder einfach ein Nachmittag, an dem niemand auf die Uhr schaut.

Und genau diese Erinnerungen bleiben am Ende.

Ferien sind nicht gleich Urlaub

Ferien sind für mich keine sechs (bzw. drei) Wochen Entspannung. Sie sind Organisation, Kompromisse, Müdigkeit und manchmal auch blanker Wahnsinn.

Aber sie sind eben auch sechs Wochen voller gemeinsamer Zeit. Und wenn ich mein Kind am Ende der Ferien glücklich lachen sehe, weiß ich wieder, warum sich der ganze Aufwand irgendwie doch lohnt.

Trotzdem finde ich: Es dürfte ruhig öfter darüber gesprochen werden, dass Ferien für Eltern eben nicht automatisch Urlaub bedeuten. Sondern oft einfach nur Alltag, nur ohne Schule und Kita.

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