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Keine Ziele, kein Plan, keine Motivation: Was ist mit meinem Teenager los?

Teenager-Mädchen in Jogginghose und Hausschuhen auf dem Sofa, schaut gelangweilt auf sein Handy.
© Getty Images/ Maria Casinos

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Andere Jugendliche haben große Pläne, dein Teenager eher nicht? Warum das nicht gleich fehlender Ehrgeiz sein muss.

Gute Noten? Egal. Eine Ausbildung, Studium oder irgendeinen konkreteren Plan für später? Darüber möchte der Teenie lieber irgendwann mal nachdenken. Ein Hobby, bei dem er sich richtig reinhängt? Muss auch nicht sein. Und während manch ein Teen schon konkrete Zukunftspläne hat, scheint das eigene Kind vor allem eines zu wollen: seine Ruhe.

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Kein 14-, 15- oder 16-Jähriger muss schon genau wissen, wo es hingehen soll in Sachen Beruf, aber ein bisschen Eigeninitiative möchten wir Eltern dann doch schon sehen. Bei etwas, was er erreichen möchte, für das er freiwillig lernt, trainiert und in das er sich reinhängt.

Sitzt da stattdessen ein Teenager, der bei allen (Zukunfts-)Fragen immer nur mit den Schultern zuckt, der keine Lust auf irgendwas zu haben scheint, fragt man sich schon: Hat mein Kind zu wenig, oder sogar keinen Ehrgeiz?

Brauchen Teenager große Ziele?

Wir Erwachsenen verstehen unter ehrgeizig sein vor allem gute (schulische) Leistungen, sich anstrengen, Ziele setzen und die auch verfolgen. In der Schule zeigt sich das recht leicht. Wer für eine gute Note lernt, sich freiwillig für einen Wettbewerb anmeldet oder unbedingt in diese eine Sportmannschaft möchte, zeigt Ehrgeiz.

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Aber Jugendliche haben oft andere Ziele, die auf uns nicht sonderlich ehrgeizig wirken können. Da geht es oft um Zugehörigkeit, Freundschaften oder Anerkennung. Und eben noch nicht um konkrete Zukunftspläne, Ausbildung, Studium oder Job. Zudem ändern sich Interessen und Vorlieben im Jugendalter rasant schnell. Was heute und morgen super wichtig ist, kann übermorgen schon wieder out sein.

Das ist aber noch kein Beweis dafür, dass einem Kind die Motivation oder der Antrieb fehlen.

Vielleicht fehlt nicht der Ehrgeiz, sondern der Grund dafür

Motivation funktioniert nicht bei allen Teenagern gleich, wohl aber das Gegenteil davon. Wenn wir Eltern mal schauen, wie wir so mit unseren Kids kommunizieren, sind wir eventuell auch ein bisschen mit schuld an der vermeintlichen Unlust.

Wir sagen dem Nachwuchs nämlich oft, was noch zu erledigen ist, was er verbessern könnte und was er dafür tun sollte. Das fördert in vielen Teenagern nicht gerade die Lust, sich (mehr) anzustrengen. Oft fördert das eher die Prokrastination, nach dem Motto: „Jetzt hast du’s gesagt und jetzt mach ich’s erst recht nicht mehr.“

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Teenager brauchen Möglichkeiten, eigenständig zu handeln. Das fördert ihre Kompetenz und Autonomie und im besten Fall auch ihren Ehrgeiz. Wer erleben kann, was man mit ein bisschen Einsatz erreichen kann, ist motiviert, mehr einzusetzen und zu schaffen.

Eltern können ihren Teen also durchaus anspornen, gewisse Dinge zu testen und versuchen. Aber Druck und Motivation sind nicht dasselbe.

Vergleichen wir zu viel?

Vielleicht fehlt es unseren Kindern auch gar nicht an Motivation oder Ehrgeiz, sondern die Vergleiche, die wir machen, sind einfach unfair. Die (17-jährige) Nachbarstochter weiß, dass sie Ärztin werden will, seitdem sie 13 ist, und liefert dafür absolute Bestleistungen in der Schule ab. Der Teenager von Gegenüber geht 4 Mal die Woche zum Fußballtraining, an den anderen Tagen ins Fitnessstudio und ist ein hervorragender Schüler und die beste Freundin hat schon vor Wochen einen Ausbildungsplatz gefunden.

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Und das eigene Kind? Das hat absolut „keine Ahnung“ wo die Reise hingehen soll.

Vielleicht macht uns Eltern das ein bisschen nervös, aber es ist absolut normal, wenn ein Teenager noch ein bisschen planlos ist. Natürlich gibt es Jugendliche, die sehr früh wissen, was sie wollen. Aber es gibt eben auch genauso viele Teens, die sich erst einmal ausprobieren müssen, bevor sie erkennen, was zu ihnen passt. Das bedeutet aber nicht, dass die einen ehrgeiziger sind und die anderen fauler.

Wo zeigt der Teen schon Einsatz?

Möglicherweise ist ein Kind wenig motiviert, etwas für die Schule zu tun, kann aber stundenlang und ausdauernd an einem PC Programm tüfteln. Vielleicht ist Mathe lernen nicht die Stärke eines Kindes, dafür aber detailgenaue Zeichnungen. Und wieder ein anderes kann stundenlang an einem einzigen Skateboardtrick arbeiten, bei Hausaufgaben aber schon nach Sekunden aufgeben.

Ehrgeiz beweist aber jedes einzelne dieser Kinder, eben nur nicht so, oder da, wo wir uns das vielleicht wünschen würden.

Wir Eltern müssen entspannter sein

Als Eltern können wir unseren Kindern Möglichkeiten geben, ihnen zeigen, dass sich Anstrengung lohnt. Wir können ihnen helfen, herauszufinden, was sie interessiert. Wir können Grenzen setzen, wenn es um Schule, Pflichten und Verbindlichkeiten geht.

Aber eine Sache können wir nicht: für unsere Kinder wollen.

Es ist zum Scheitern verurteilt, wenn wir versuchen, das fehlende Ziel für unsere Kinder zu formulieren. Klar wollen wir, dass sie etwas aus ihrem Leben machen. Deshalb muss man aber trotzdem nicht tagein, tagaus über Schule, Noten, Ausbildung, Geld, Sport oder Bewerbungen sprechen. Damit baut man nur Druck auf und macht die Zukunft zum Problem.

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Vielleicht hat der Teen heute noch keinen Plan, findet gerade alles uninteressant und wirkt antriebslos. Ehrgeiz lässt sich aber nicht ausschließlich daran erkennen, wie viele Ziele ein Jugendlicher hat. Manchmal zeigt er sich erst dann, wenn ein Ziel auftaucht, das wirklich das eigene ist.

Wichtig: Wenn ein Teenager plötzlich in vielen Bereichen das Interesse verliert, sich immer mehr zurückzieht, kaum noch Freude an Dingen hat, die ihm früher wichtig waren, oder über längere Zeit überhaupt keinen Antrieb mehr zeigt, lohnt es sich, genau darüber mit ihm zu sprechen und wenn nötig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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