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Regeln für Kinder: Was zuhause wirklich sinnvoll ist

Mädchen, ca 5 Jahre, hat ihren Kopf auf dem Küchentisch abgelegt und zieht einen Schmollmund.
Jede Familie hat ihre eigenen Regeln. Aber wie viele braucht es eigentlich, um ein Kind gut zu erziehen? Credit: Getty Images/ Catherine Delahaye

Welche Regeln brauchen Kinder wirklich? Die besten Familienregeln für zuhause – mit Beispielen, altersgerechten Tipps und fairen Konsequenzen.

Allein die Worte ‚Regeln für Kinder‘ erzeugen bei vielen Eltern schon gemischte Gefühle, mich eingeschlossen. Denn man hat entweder zu viele und gilt als zu streng, zu wenige und gilt als zu locker oder man lässt sich zu oft auf Diskussionen mit den Kindern ein und gilt als zu nachlässig. Richtig machen kann man es kaum.

Lesetipp: 5 Freiheiten, die dein Teenager unbedingt braucht

Kinder brauchen aber trotzdem Regeln. Nicht, damit sie so funktionieren, wie wir Eltern es gerne hätten, sondern weil sie sich an ihnen orientieren können. Genau darum soll es in diesem Artikel gehen:

  • warum Regeln für Kinder wichtig sind
  • welche Familienregeln wirklich funktionieren
  • wie viele Regeln sinnvoll sind
  • wie du sie altersgerecht formulierst
  • und wie du sie umsetzt, ohne täglich zu streiten

Wenn du dich fragst, wie Regeln gute Erziehung unterstützen können, lies unbedingt hier weiter: Gute Erziehung: Was sie ausmacht und wie sie gelingt

Warum Regeln für Kinder wichtig sind

Kinder lernen erst durch uns, wie die Welt funktioniert und was okay ist und was nicht. Niemand wird mit einem moralischen Kompass geboren. Setzen wir ihnen also Grenzen und legen Regeln für unser Miteinander fest, helfen wir ihnen:

  • sich zu orientieren,
  • geben ihnen Sicherheit und
  • Verlässlichkeit.

Erziehung ohne Regeln mag nach der großen Freiheit klingen, sie würde aber sehr chaotisch sein. Außerdem kann die freie Wahl bei allem, Kinder schlichtweg überfordern. Grenzen hingegen, geben einen Rahmen vor, innerhalb dessen sie sicher wachsen.

Wichtig: Regeln sind keine Härte. Sie spiegeln unsere Erwartungen wider und sind dabei idealerweise liebevoll und klar.

Wenn du verstehen willst, warum Kinder besonders bei ihren Eltern ausflippen, lies hier unbedingt weiter: Wenn dein Kind zuhause ausrastet, hast du alles richtig gemacht

Wie viele Regeln braucht ein Kind?

Es gibt keine magische Anzahl Regeln, die für jedes Kind und jede Familie funktionieren. Manche Kinder brauchen mehr Orientierung im Alltag, andere kommen mit wenigen klaren Absprachen gut zurecht. Entscheidend ist also nicht die Menge der Regeln, sondern dass Kinder verstehen, warum es sie gibt.

Regeln sollten nicht einfach nur Kontrolle bedeuten, sondern Kindern dabei helfen, dass

  • sie sich sicher fühlen,
  • Zusammenhänge verstehen,
  • Verantwortung lernen und
  • mit Freiheit umgehen können.

Kinder akzeptieren Grenzen eher, wenn sie nachvollziehbar sind. Ein ‚Nein‘ ohne Erklärung sorgt in den meisten Fällen für Widerstand. Eine klare Begründung für das Nein dagegen schafft Orientierung.

Auch interessant: Wenn Teenager nicht aufräumen, ist das für Eltern ein gutes Zeichen

Zu viele Vorgaben können ein Kind auch schnell überfordern. Sie wirken dann eher wie eine Dauerbeschallung und verlieren ihre Wirkung.

Wenn du das Gefühl hast, dass du oft ‚zu viel kontrollierst‘, könnte dieser Artikel interessant sein: Wie Überfürsorge die Entwicklung deines Kindes sabotiert

Regeln für Kinder nach Alter

Es gibt Familienregeln, die immer gelten und jene, die sich nach dem Alter der Kinder richten. Was immer gelten sollte ist natürlich gegenseitiger Respekt. Egal ob gestritten wird oder rumgealbert, jedes Familienmitglied sollte sich ernst genommen fühlen.

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Außerdem wichtig für Familien ist:

  • dass man einander zuhören kann und sich ausreden lässt.
  • dass man einander nicht verletzt, körperlich oder verbal.
  • dass man ehrlich zueinander ist.
  • dass man Respekt vor dem Eigentum anderer hat.
  • dass man sich an Absprachen hält.
  • dass Fehler passieren können.

Je jünger ein Kind ist, umso einfacher müssen Regeln sein. Aber mit rund 2 Jahren verstehen Kinder, vor allem durch Wiederholungen, was in ihrer Familie wichtig ist. Ab dem Grundschulalter sollte man Kinder bereits mit einbeziehen und sie mitentscheiden lassen, zum Beispiel, wenn es um Medienzeiten, Hausaufgaben oder die Hilfe im Haushalt geht.

Ab einem Alter von rund 10 bis 12 Jahren sollte man Kinder unbedingt in Entscheidungen mit einbeziehen. Dann beginnt so langsam der Übergang vom Kind zum Teenager und (Pre-)Teens möchten sich von den Eltern lösen und fordern immer mehr Freiheiten. Werden sie bspw. aktiv in Regeln zu Ausgehzeiten einbezogen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie sich auch daran halten.

Wenn du wissen willst, welche Werte Kinder wirklich fürs Leben brauchen, schau unbedingt in diesem Artikel vorbei:

So führst du Regeln zu Hause ein

Die meisten Regeln ‚lernen‘ Kinder dadurch, was sie zu Hause erleben. Sie beobachten genau, was in der Familie wichtig ist, wie miteinander gesprochen wird und ob Eltern sich selbst an das halten, was sie von ihren Kindern erwarten.

Wenn in einer Familie respektvoll miteinander gesprochen wird, lernen Kinder Respekt. Wenn Eltern sich entschuldigen können, lernen Kinder, was Verantwortung ist. Und wenn Absprachen verlässlich eingehalten werden, verstehen Kinder, warum Regeln Sicherheit geben können.

Kinder brauchen zudem das Gefühl, dass sich Regeln nicht gegen sie richten. Sie sollen Orientierung bieten und ihnen helfen.

Wenn du wissen willst, wie du Grenzen setzen kannst, ohne in typische Drohgebärden zu verfallen, lies hier weiter:  9 Sätze, die deinem Kind Grenzen setzen, ohne zu drohen

Was tun, wenn Regeln gebrochen werden?

Kinder testen ihre und die Grenzen der Eltern immer irgendwann aus. Mal mehr und mal weniger. Wichtig ist dann, wie ihr Eltern reagiert.

Was immer hilft:

  • ruhig bleiben
  • Ursachen suchen und verstehen
  • altersgerecht reagieren
  • konsequent, aber nicht hart bleiben

Je jünger ein Kind ist, umso häufiger gilt, dass nicht jeder Regelbruch auch Absicht ist.

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Muss man Regelbrüche bestrafen?

Strafen im klassischen Sinn, also Fernsehverbot, Hausarrest oder auch der Handyentzug bei älteren Kindern, wirken wie effektive Maßnahmen, um einem Kind klar zu machen, dass eine Grenze überschritten wurde. Oft stehen sie aber nicht im Zusammenhang mit dem Regelbruch und wirken willkürlich. Direkte Konsequenzen des eigenen Handelns sind hier wirkungsvoller.

Angenommen, ein Kind hat die Wand zu Hause angemalt, obwohl die Eltern ihm das schon mehrfach untersagt haben. Statt ihm dafür eine Strafe von bspw. einer Woche Fernsehverbot aufzudrücken, ist die konsequentere Lösung, dass es die Wand sauber machen muss. So versteht es die Folgen seines Handelns besser und kann Verantwortung dafür übernehmen.

Regelbrüche sollten deshalb nicht einfach bestraft werden. Ein Kind muss verstehen, was es falsch gemacht hat und welche Folgen daraus entstehen.

So bieten Regeln Orientierung

Regeln für Kinder und Familien müssen nicht kompliziert sein. Je einfacher und klarer sie sind, um so besser funktionieren sie auch. Kinder müssen nachvollziehen können, warum sie manches dürfen und manches eben nicht.

Im besten Fall geben sie ihnen Struktur, Sicherheit und das Gefühl, dass sie wissen, wie die (Familien)Welt funktioniert.

Wenn du dir unsicher bist, ob du zu streng oder zu locker erziehst, hilft dir vielleicht dieser Perspektivwechsel weiter: Diese einfachen Dinge überfordern viele Kinder heute

FAQ: Häufige Fragen zu Regeln für Kinder

Welche Regeln sind für Kinder am wichtigsten?

Respekt, Sicherheit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit sind für Kinder die Basis.

Wie viele Regeln sollte es zu Hause geben?

Wichtiger als eine starre Anzahl ist, dass Kinder Regeln verstehen und nachvollziehen können.

Ab welchem Alter verstehen Kinder Regeln?

Schon ab einem Alter von 2 Jahren sind Kinder in der Lage, einfache Regeln zu verstehen.

Was sind gute Konsequenzen für einen Regelbruch?

Logische, nachvollziehbare Konsequenzen, die zum Verhalten passen.

Sollten Kinder bei Regeln mitentscheiden?

Ja. Fähig sind sie dazu ab dem Grundschulalter. Oft führt das zu einer besseren Akzeptanz.

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