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Warum Teenager in der Pubertät mehr Taschengeld brauchen

© Getty Images/ Fly View Productions

Vorab im Video: Kindern sparen beibringen: 4 Ideen, um den Umgang mit Geld zu lernen

Je älter Kinder werden, umso unabhängiger wollen sie sein. Auch in Sachen Geld. Warum eigenes Geld in der Pubertät wichtig ist, liest du hier.

Kino, Snacks, Make-up oder Kleidung: In der Pubertät verändert sich bei vielen Teenagern der Umgang mit Geld. Oft reicht das bisherige Taschengeld dann nicht mehr aus. Wie viel sollten Kinder zwischen zehn und 17 Jahren also bekommen?

Wichtig: Wir geben nur Empfehlungen, an die sich niemand halten muss. Es gibt nicht die eine Summe für jedes Alter. Es gibt aber ein paar Prinzipien, die Jugendlichen helfen, den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu lernen. Und deshalb sollten Kinder spätestens in der Pubertät Taschengeld bekommen.

Taschengeld macht unabhängig(er)

Teenager wollen sich von ihren Eltern lösen und unabhängiger sein. Nicht nur emotional. Auch finanziell wollen sie mehr eigene Entscheidungen treffen. Das Taschengeld ist deshalb enorm wichtig für sie.

Aber auch erzieherisch ist das Taschengeld wichtig. Denn bekommen Teenager Betrag X, müssen sie lernen, damit zu haushalten. Sie müssen Prioritäten setzen, sparen, Fehler machen und mit den Konsequenzen leben.

Und ja, Fehler gehören unbedingt dazu.

Geht also das gesamte Taschengeld eines Monats für ein Paar neue Sneaker drauf, dann ist das sehr ärgerlich für den Teen, aber auch eine hervorragende Lektion fürs Leben. Vorausgesetzt, Eltern gleichen den Betrag nicht direkt aus.

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So viel Taschengeld darf’s sein

Wie viel Geld Eltern ihrem Kind geben, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Einkommen, Lebenshaltungskosten und Familienregeln sind auf jeden Fall zu berücksichtigen.

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend empfiehlt Eltern folgende monatliche Beträge:

  • 10 – 11 Jahre: 15 bis 25 Euro
  • 12 – 13 Jahre: 20 bis 30 Euro
  • 14 – 15 Jahre: 24 bis 45 Euro
  • 16 – 17 Jahre: 40 bis 60 Euro
  • ab 18 Jahre: 55 bis 75 Euro

Entscheidend bei der Höhe des Taschengelds ist, zu definieren, was das Kind alles von seinem Geld bezahlen soll. Also, muss es nur seine Freizeit damit finanzieren oder muss es auch Klamotten und Kosmetika selbst zahlen? Oder kauft es sich eventuell auch sein Mittagessen davon? Je mehr der Teenager selber finanzieren möchte oder muss, umso höher sollte das Taschengeld ausfallen. Wichtig ist, hier realistisch zu bleiben.

Woran erkennt man, dass die Höhe passt?

Taschengeld darf ein bisschen unbequem sein. Soll heißen, es darf natürlich am Ende des Monats mal ein bisschen was übrig sein, aber es ist auch okay, wenn mal nach wenigen Tagen schon alles weg ist. Schließlich soll dein Kind lernen, sich das Geld einzuteilen. Kann es sich also gelegentlich Wünsche erfüllen, ist das ein gutes Indiz für eine gute Summe und für einen gute Lerneffekt.

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Warum Taschengeld monatlich gezahlt werden sollte

In Deutschland wird das meiste monatlich abgerechnet: Wir bekommen einmal im Monat unsere Lohn- oder Gehaltszahlung und müssen damit laufende Kosten decken: Miete, Vertragskosten, Versicherungen, Mitgliedsbeiträge, auch hier wird alles monatlich abgerechnet. Wer also früh lernt, sein Geld über mehrere Wochen einzuteilen, hat später im Leben, wenn er auf eigenen Beinen steht, einen großen Vorteil.

Von heute auf morgen klappt das meistens nicht. Bei vielen Teenagern ist das Geld nämlich anfangs auch direkt am Monatsanfang weg. Getreu dem Motto: Das Geld muss unter die Leute. Aber keine Sorge, das ist normal und gibt sich auch, wenn man widersteht, hier und da extra Finanzspritzen zu geben.

Die häufigsten Taschengeld-Fehler

Wofür das Kind sein Taschengeld ausgibt, sollte eigentlich ihm überlassen sein. Jedoch mischen sich viele Eltern nur allzu gerne ein. Sie kommentieren Ausgaben, stellen Fragen oder versuchen, Kaufentscheidungen zu lenken. Selbstverständlich nur, um das Kind vor unnötigen Ausgaben zu schützen.

Das Problem: Das Kind lernt so nicht, selbstständig mit seinem Geld umzugehen. Dabei braucht es genau das. Den Freiraum, sein Geld für seine Wünsche auszugeben und dabei (in den elterlichen Augen) völlig sinnlose Dinge zu kaufen.

Nur so lernt es, was Dinge wert sind, was sie kosten sollten, wofür sie zu viel bezahlt haben oder was sich als richtiger Fehlkauf entpuppt hat. Wer seinem Kind Taschengeld gibt, sollte das Kind über dieses Geld frei verfügen lassen.

Ein Fehler ist es auch, dass Taschengeld als Belohnung oder Strafe einzusetzen. Es sollte weder ein Bonus für gute Noten, Hilfe im Haushalt oder freundliches Verhalten sein, noch als Mittel zur Machtdemonstration genutzt werden.

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Nebenjobs für noch mehr Taschengeld

Die meisten Teenager sind eigentlich chronisch pleite. Gut, wenn sie dann auf die Idee kommen, eigenes Geld zu verdienen. Das verändert meist ihren Blick auf Ausgaben enorm. Denn wenn man zum Beispiel einen Monat Werbeprospekte austragen muss, um 50 Euro zu verdienen, ist ein T-Shirt für 40 Euro vielleicht doch ein bisschen teuer.

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Wer es finanziell stemmen kann, sollte das Taschengeld auch dann weiter laufen lassen, wenn der Teenager mit einem Nebenjob eigenes Geld verdient. Denn dann hat er sich noch mehr finanzielle Freiheit ja wirklich verdient.

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