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Streit ums Lernen: Teenagern helfen oder machen lassen?

Gestresster Teenager liegt über seinen Lernmaterialien
© Getty Images/ Carol Yepes

Vorab im Video: Warum viele Kinder falsch lernen und wie es besser geht.

Diese Lerntechniken helfen wirklich

Streit ums Lernen gehört bei vielen Familien zum Alltag. Wann und wie Eltern ihren Teenagern helfen sollten, liest du hier.

Mein Mann und ich sind uns in vielen Erziehungsthemen einig. Bei einer Sache geraten wir aber doch öfter aneinander, nämlich wenn es ums Thema Lernen geht. Er fordert unsere Teenies regelmäßig aktiv auf, für Klassenarbeiten zu lernen, setzt sich mit ihnen hin und lässt auch nicht nach, wenn die Kinder offensichtlich keinen Bock (mehr) aufs Lernen haben. So unnachgiebig, dass ich als Beobachterin für meine Kinder genervt davon bin.

Ich bin nämlich überzeugt davon, dass die beiden das auch alleine hinbekommen. Klar biete ich ihnen Hilfe an, wenn ich weiß, dass eine große Arbeit oder ein Vokabeltest ansteht. Aber wenn sie die ablehnen und sagen, sie könnten das schon oder hätten schon gelernt, dann lasse ich auch ab.

Regelmäßig diskutieren wir Eltern also über die Frage, wie viel Hilfe mein Sohn (15) und meine Tochter (12) wirklich noch brauchen.

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Früher war alles einfacher

Früher war das wesentlich einfacher. Da wurden Hausaufgaben in der Nachmittagsbetreuung erledigt, Vokabeltests wurden angekündigt und zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten gab es richtige Lernpläne. Da hatte man als Eltern immer einen guten Überblick.

Heute rennt man den Informationen etwas hinterher. Man muss die Kinder nämlich in den meisten Fällen aktiv fragen, ob mal wieder ein Test oder eine Arbeit ansteht. Und klar fragt man dann auch nach den Vorbereitungen oder wenigstens den Vorbereitungsplänen des Kindes.

Doch alleine die Frage reicht manchmal schon und die Teens ziehen von dannen, genervt natürlich. Sie wollen nämlich selbstständig sein. Auch wenn das bedeuten würde, dass sie nicht lernen und die Arbeit in die Hose geht.

Ist das noch Hilfe oder Kontrolle?

Dem möchten wir Eltern vorbeugen. Anders als die Kinder (es wirken lassen), machen wir uns Gedanken um ihre schulische Leistung. Damit die gut bleibt, meinen wir Erwachsenen, muss man gelegentlich was tun.

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Bei den Kids kommt aber oft was anderes an. Nämlich, dass wir ihnen nicht zutrauen, das auch alleine hinzukriegen. Das hat mir mein Sohn letztens gesteckt, nachdem es mal wieder ein bisschen hitziger wurde zwischen ihm und seinem Vater.

Er fühlte sich kontrolliert und unter Druck gesetzt. Und das, wie er sagt, obwohl seine Noten doch gut sind. Was stimmt, aber den faden Beigeschmack hat, dass sein Vater ja immer wieder die Hand drüberhält.

Loslassen heißt nicht, dass es egal ist

Die Angst von uns Eltern ist, dass, wenn wir ganz loslassen und die Kinder machen lassen, alles zusammenbricht. Und ehrlicherweise ist es wahrscheinlich, dass sie Fristen vergessen, schlechtere Noten schreiben und mit Sicherheit auch viel zu spät anfangen zu lernen.

Aber all das wäre kein Weltuntergang und nicht das Ende ihrer Schulkarriere. Dann würden sie eben mal schlechte Noten schreiben, aber hoffentlich auch daraus lernen. Wann, wenn nicht jetzt, sollen sie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen?

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Wie geht’s besser?

Beim Thema Schule streiten sich die Geister in unserer Familie. Ich bin ein wenig entspannter, was das Thema Lernen und Vorbereitung angeht, und mein Mann sieht das etwas strenger. Und vielleicht ist genau die Mischung auch gut.

Denn: Erinnern wir unsere Kinder andauernd ans Lernen, hilft ihnen das vermutlich für den Test. Aber nicht im Hinblick auf ihre Selbstständigkeit. Sich selbst organisieren und ans Lernen denken, müssen sie so nämlich nicht.

Hilfreicher ist dann, einen Schritt zurückzumachen. Statt dem oder den Kind(ern) also die Pistole auf die Brust zu setzen und Dinge zu sagen wie, „Du musst noch lernen“, ändert man seine Richtung und fragt, „Wie willst du dich auf die Arbeit vorbereiten?“. Damit erinnert man das Kind vielleicht daran, dass es eventuell nützlich wäre, noch etwas zu tun. Gleichzeitig übernimmt man aber nicht die Planung, sondern bringt es nur dazu, sich Gedanken dazu zu machen.

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Nein, das wird nicht sofort klappen. Ich hab‘ das schon probiert. Denn der Stoff ist vor dem Test plötzlich immer umfangreicher als das Kind dachte. Aber die schlechte Note fühlt sich unangenehm an und genau darum geht es. Damit ermöglicht man seinem Teenager, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Ich werde also weiterhin mit meinem Mann diskutieren 😁. Und wir werden unseren Kindern weiterhin Hilfe anbieten, aber auch akzeptieren, wenn sie die ablehnen, und cool bleiben, wenn sich herausstellt, dass sie vielleicht doch etwas mehr davon gebraucht hätten.

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