Inhaltsverzeichnis
- Was genau ist eine Vorderwandplazenta?
- Kurz erklärt: Wie die Plazenta entsteht
- Wie wird eine Vorderwandplazenta diagnostiziert?
- Voderwandplazenta vs. Plazenta praevia
- Welche Besonderheiten hat die Vorderwandplazenta?
- Ist die Vorderwandplazenta ein Risiko?
- Was bedeutet eine Vorderwandplazenta für die Geburt?
- Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?
- FAQ: Häufige Fragen zur Vorderwandplazenta
Wenn du in deinem Mutterpass den Eintrag ‚Plazenta: vorderwandig‘ entdeckt hast, hast du vermutlich sofort Fragen: Ist das gefährlich? Spüre ich mein Baby später? Und was bedeutet das für die Geburt?
Die kurze Antwort: Eine Vorderwandplazenta ist normal.
Die lange Antwort: Sie bringt ein paar Besonderheiten mit sich, die du kennen solltest. Aber kaum echte Risiken.
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Was genau ist eine Vorderwandplazenta?
Die Plazenta kann sich an verschiedenen Stellen der Gebärmutter anlagern: oben, hinten, seitlich oder eben an der Vorderwand, also direkt hinter deiner Bauchdecke. Diese Lage ist eine ganz natürliche Variante und kommt relativ häufig vor. In der Routine-Ultraschalldiagnostik ist sie regelmäßig zu beobachten und stellt in der Regel keinen Risikobefund dar.
Die Lage der Plazenta hängt schlicht davon ab, wo sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat. Über die Gesundheit deines Babys sagt das erst einmal gar nichts aus.
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Kurz erklärt: Wie die Plazenta entsteht
Nach der Einnistung beginnt aus dem äußeren Teil der befruchteten Eizelle die Plazenta zu wachsen. Sie versorgt dein Baby über die Nabelschnur mit Nährstoffen, Sauerstoff und Antikörpern.
Wichtig zu wissen: Die Plazenta ‚wandert‘ nicht wirklich, aber die Gebärmutter wächst nach oben. Dadurch kann eine ursprünglich tiefliegende Plazenta später höher liegen.
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Wie wird eine Vorderwandplazenta diagnostiziert?
Die Lage des Mutterkuchens wird normalerweise beim Ultraschall zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche (SSW) festgestellt. Entscheidend ist dabei nicht nur die Position vorne oder hinten, sondern vor allem:
➡️ Wie weit liegt die Plazenta vom Muttermund weg? ⬅️
Denn: Eine Vorderwandplazenta ist etwas völlig anderes als eine tiefe Plazenta oder Plazenta praevia. Die meisten vorwandigen Plazenten liegen hoch genug und sind medizinisch komplett unauffällig.
Voderwandplazenta vs. Plazenta praevia
Eine Plazenta Praevia ist ein Sonderfall, bei dem der Mutterkuchen den Muttermund teilweise oder vollständig überlagert. Das kann:
- vorne,
- hinten oder
- seitlich
der Fall sein. Die Lage an der Vorderwand spielt dabei keine unmittelbare Rolle. Entscheidend ist alleine die Nähe zu Muttermund.
Je nach Befund unterscheidet man zwischen der
- tief-sitzenden Plazenta (Plazenta liegt <20 mm vom Muttermund) – diese ist kontrollbedürftig,
- und der partiellen oder vollständigen Plazenta praevia: meist Empfehlung für Kaiserschnitt.
Viele tief sitzenden Plazenten ‚wandern‘ im Verlauf der Schwangerschaft nach oben, weil die Gebärmutter wächst.
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Welche Besonderheiten hat die Vorderwandplazenta?
Kindsbewegungen werden oft später spürbar
Der Mutterkuchen wirkt wie ein Polster zwischen Baby und Bauchdecke. Darum spüren viele Frauen die ersten Bewegungen erst zwischen der 20. und 24. SSW. Das ist völlig normal.
Ultraschall und CTG brauchen manchmal Geduld
Herztöne und Bewegungen des Babys können schwerer zu finden sein. Der Eintrag im Mutterpass hilft, unnötige Sorgen zu vermeiden.
Babylage ertasten wird schwieriger
Für Ärzt*innen oder Hebammen kann das sogenannte Palpieren, also das gezielte Tasten nach dem Kind, manchmal weniger eindeutig sein. Das ist aber kein Risiko für die Schwangerschaft.
Äußere Wendung
Liegt ein Kind in Beckenendlage, also mit den Füßen statt des Kopfes Richtung Muttermund, kann es mittels äußerer Wendung manchmal gedreht werden. Das ist, je nach Sitz des Mutterkuchens, auch bei einer Vorderwandplazenta möglich.
Ist die Vorderwandplazenta ein Risiko?
Nein, eine Vorderwandplazenta ist keine Risikodiagnose.
Wichtig ist:
- Sie erhöht NICHT das Risiko für eine Plazentaablösung.
- Sie verursacht KEINE schlechtere Versorgung des Babys.
- Sie ist KEINE Gefahr für Mutter oder Kind.
Nach einem Sturz oder Unfall sollten Schwangere – egal bei welcher Plazentalage – immer ärztlich untersucht werden. Das ist allgemeiner Standard.
Was bedeutet eine Vorderwandplazenta für die Geburt?
In den allermeisten Fällen: gar nichts.
Auch mit einem vorn sitzenden Mutterkuchen kannst du eine natürliche, vaginale Geburt haben. Nur wenn zusätzlich eine tiefe Lage oder eine Plazenta praevia vorliegt, beeinflusst das die Geburtsplanung:
- Bei ausreichendem Abstand zum Muttermund ist weiterhin eine natürliche Geburt möglich.
- Bei einer Plazenta praevia wird ein geplanter Kaiserschnitt empfohlen.
Liegt die Plazenta genau dort, wo der Kaiserschnitt gesetzt wird, kann es sein, dass Ärzt*innen den Zugang zum Kind anpassen müssen. Das klingt jedoch dramatischer als es ist. Komplikationen sind heute selten.
Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?
Wer schwanger ist, sollte unabhängig der Plazentalage immer dann eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn folgende Symptome auftreten:
- Blutungen
- Starke, ungeklärte Bauchschmerzen,
- Anhaltend wenig Kindsbewegungen oder
- Plötzliches Unwohlsein
FAQ: Häufige Fragen zur Vorderwandplazenta
Ja, bei einem unauffälligen Schwangerschaftsverlauf ohne Blutungen.
Ja, außer bei Blutungen oder einer Plazenta praevia (dann wird oft davon abgeraten).
Bei einer ’normalen‘ Vorderwandplazenta, ja. Bei der plazenta praevia muss immer individuell entschieden werden.
Ja, jedoch oft ein bisschen später, weil der Mutterkuchen die Kindbewegungen dämpft.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.
