Eine Marke von
Veröffentlicht inGarten, Haushalt, Lifestyle, Ungeziefer

Garten: Warum hilft Insektenspray nicht gegen Pharaoameisen?

Nahaufnahme von Pharaoameisen
© Adobe Stock/Suman

Vorab im Video: Hausmittel gegen Ameisen: So bekämpft ihr die Krabbler ohne Chemie

Wie wird man Ameisen ganz natürlich los? Diese Tipps helfen gegen die Insekten.

Pharaoameisen siedeln sich besonders gerne in Innenräumen an. Doch mit Insektensprays wirst du sie nicht los. Sie bewirken oft das Gegenteil.

Pharaoameisen gehören zu den hartnäckigsten Ameisenarten überhaupt. Viele Menschen greifen bei einem Befall zuerst zu einem Insektenspray, in der Hoffnung, dass das Problem schnell und unkompliziert gelöst wird. Das wirkt auf den ersten Blick sinnvoll, löst das Problem aber meistens nicht. Oft wird der Befall dadurch sogar noch größer.

Was sind Pharaoameisen?

Pharaoameisen sind sehr kleine Ameisen. Sie werden nur etwa 1,5 bis 2 Millimeter groß und haben eine gelbliche bis hellbraune Farbe. Ursprünglich stammen sie aus tropischen Regionen. Heute leben sie weltweit, weil der Mensch sie unbemerkt mit Waren und Verpackungen verbreitet.

In Deutschland können Pharaoameisen draußen kaum überleben. Deshalb leben sie fast ausschließlich in beheizten Gebäuden. Und genau das, macht sie zu einem großen und nervigen Problem.

Wo treten Pharaoameisen besonders häufig auf?

Pharaoameisen mögen Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb findet man sie häufig in:

  • Wohnungen und Mehrfamilienhäusern
  • Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
  • Hotels
  • Restaurants und Großküchen
  • Lebensmittelbetrieben
  • Bürogebäuden

Sie bauen ihre Nester oft in Wänden, hinter Fußleisten, unter Fußböden, in Zwischendecken oder in Hohlräumen. Weil die Nester gut versteckt sind, bleiben sie oft lange unbemerkt.

Auch interessant: Garten: Gegen Ameisen im Hochbeet hilft dieses beliebte Gewürz

Warum hilft Insektenspray nicht?

Ein Insektenspray tötet meist nur Ameisen, die gerade sichtbar sind. Das eigentliche Nest bleibt jedoch erhalten. Dort leben die Königinnen und viele weitere Arbeiterinnen.

Pharaoameisen reagieren auf Gefahr mit einer besonderen Strategie: Sie teilen ihre Kolonie auf. Fachleute nennen das Kolonieteilung oder budding. Dabei verlassen mehrere Königinnen mit einem Teil der Arbeiterinnen das alte Nest und gründen an anderer Stelle neue Nester.

Genau das kann nach dem Einsatz eines Insektensprays passieren. Statt ein Nest zu bekämpfen, entstehen plötzlich mehrere neue Kolonien. Der Befall breitet sich dadurch im ganzen Gebäude aus. Deshalb empfehlen Fachleute, auf Sprays oder andere Kontaktinsektizide zu verzichten.

Was hilft wirklich gegen Pharaoameisen?

Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert Geduld und die richtige Methode.

1. Köder einsetzen

Spezielle Ameisenköder sind deutlich wirksamer als Sprays. Die Arbeiterinnen nehmen den Köder auf und tragen ihn in das Nest. Dort füttern sie damit andere Ameisen und auch die Königinnen. So gelngt der Wirkstoff in die gesamte Kolonie.

Lesetipp: Ameisen im Blumentopf? Diese Küchenzutaten vertreiben sie aus der Erde

2. Ameisen nicht stören

Zerdrücke die Ameisen nicht und sprühe sie nicht ein. Die Tiere sollen den Köder ungestört aufnehmen und ins Nest bringen.

3. Nahrungsquellen beseitigen

Bewahre Lebensmittel gut verschlossen auf. Entferne Krümel und Essensreste sofort. Reinige Arbeitsflächen regelmäßig und verschließe Müllbehälter.

4. Fachbetrieb beauftragen

Bei einem Befall in Wohnungen, Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebetrieben solltest du möglichst früh einen professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragen. Pharaoameisen bilden oft viele miteinander verbundene Nester. Diese vollständig zu beseitigen, gelingt meist nur mit einer professionellen Köderstrategie.

Wie gelangen Pharaoameisen ins Haus?

Pharaoameisen werden meist unbeabsichtigt eingeschleppt. Sie gelangen zum Beispiel mit

  • Kartons und Verpackungen
  • Lebensmitteln
  • Möbeln
  • Pflanzen
  • Elektrogeräten
  • Waren aus dem Ausland

ins Haus. Sobald sie in einem warmen Gebäude angekommen sind, können sie sich schnell vermehren und über Rohrleitungen, Kabelschächte oder Mauerspalten in weitere Räume ausbreiten.

Weitere Lesetipps: