Ein minimalistisches Leben klingt für viele äußerst verlockend. Allerdings kann das Leben mit sehr wenig Besitz auch eine Herausforderung sein. Gerade für Familien mit Kindern scheint ein minimalistisches Leben schwer vorstellbar, oder?
Nicht laut dem US-amerikanischen Autor und Redner Joshua Becker. Er selbst ist Familienvater und vertritt in seinem bekannten Minimalismus-Konzept, die Ansicht, dass jede*r minimalistisch leben kann –) auch Familien mit Kindern.
Sowohl auf seinem Blog „Becoming a Minimalist“ als auch auf seinem YouTube-Kanal gibt der 51-Jährige zahlreiche Tipps für ein minimalistisches Leben.
Was der Minimalismus nach Joshua Becker im Kern aussagt und wie du minimalistisch leben kannst, verrate ich dir hier.
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Das führte Joshua Becker zum Minimalismus
Joshua Beckers Geschichte begann, als er die Garage aufräumte, während seine Frau das Badezimmer putzte und sein 5-jähriger Sohn alleine im Hintergrund spielte. Bei einem beiläufigen Gespräch mit einem Nachbarn, sagte dieser zu Becker „Vielleicht brauchst du diese ganzen Sachen gar nicht.“
Dieser Moment löste etwas in Joshua Becker aus und er entschied, gemeinsam, mit seiner Frau etwas an ihrem Leben zu ändern. Sie begannen, einen Großteil ihres Besitzes zu spenden, zu verwerten und aus ihrem Zuhause zu entfernen.
Für Joshua war dieser Moment ein Befreiungsschlag. Denn er bemerkte, dass sie mehr Geld, Zeit, Energie und vor allem Freiheiten hatten. Diese Erkenntnis wollte er auch mit anderen teilen. Und so gründete er seinen Blog und schrieb Bücher über sein minimalistisches Leben. Heute gilt er als einer der wichtigsten Vertreter des modernen Minimalismus.
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Minimalismus nach Joshua Becker: Das ist das Grundprinzip
Grundsätzlich geht es bei Joshua Beckers Minimalismus-Konzept darum, weniger zu besitzen, um mehr Raum für das Wesentliche im Leben zu haben. Dabei soll es nicht stumpf um Verzicht gehen, sondern darum, sich bewusst mit dem eigenen Besitz auseinander zu setzen und diesen zu hinterfragen: Was davon brauche ich wirklich? Und was raubt am Ende nur Zeit und Aufmerksamkeit, hat aber keinen signifikanten Mehrwert?
Nach Joshua Becker gibt es keine festen Regeln, da der Minimalismus bei jeder Person individuell ist. Das Ziel ist nicht, einfach weniger zu besitzen. Sondern mehr Zeit für Beziehungen, Gesundheit und Erfahrungen zu haben. Wenn du weniger besitzt, musst du automatisch weniger aufräumen, putzen und entscheiden.
Das wiederum führt zu einer mentalen Entlastung. Denn je mehr Besitz du hast, desto mehr Gedanken musst du dir über diese Dinge machen. Der Mental-Load wird dementsprechend größer. Minimalismus möchte dem entgegentreten.
Becker vertritt die Ansicht, dass man sich dabei nicht nur auf ein einmaliges Ausmisten konzentrieren sollte, sondern langfristig bewusster auf seinen Konsum achten muss. Er betont dabei, dass der Minimalismus im Alltag praktisch umsetzbar sein soll und auch mit Kindern möglich sein kann.
Es geht ihm nicht um ein ästhetisches Idealbild, das vielleicht gut aussieht, sich aber kaum fest in den Alltag integrieren kann. Das minimalistische Leben soll realistisch sein und am Ende zu mehr Lebensqualität führen.
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