Ein Ferienjob gehört für viele Jugendliche heute einfach zu den großen Sommerferien dazu. Ihnen geht es vor allem darum, ihr Taschengeld ordentlich aufzubessern. So ein Ferienjob kann aber mehr. Denn wer für zwei, drei oder vier Wochen seine 40 Stunden wegarbeitet, bekommt nicht nur einen ersten Einblick ins Berufsleben, sondern übernimmt z. B. auch Verantwortung,
Aber ab welchem Alter dürfen Teenager eigentlich arbeiten und welche Tätigkeiten sind erlaubt?
Mehr als nur Taschengeld
Sommerferien sind in erster Linie zum Ausspannen und Erholen gedacht. Und doch stören sich viele Eltern daran, wenn der jugendliche Nachwuchs nur rumhängt und so gar keinen Plan für die großen Ferien hat. Ein Ferienjob muss also her.
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Zwingen kann man natürlich niemanden. In der Regel juckt es den meisten Teens aber doch in den Fingern, wenn sie hören, was sie in ein paar Wochen verdienen könnten. Während die Kinder also dem Geld entgegenfiebern, freuen wir Eltern uns über die anderen Vorteile des Ferienjobs. Denn damit lernen Jugendliche auch:
- Pünktlichkeit und Verantwortung
- wie Arbeitsalltag funktioniert
- Berufe kennen, die auch später interessant werden könnten.
Außerdem kann so ein Job ein großer Booster für das Selbstvertrauen von Jugendlichen sein. Klingt erst mal alles super.
Ab welchem Alter darf man einen Ferienjob machen?
Im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) ist ganz genau geregelt, wie oft, lange und in welchem Umfang Teenager arbeiten dürfen.
Mit 13 oder 14 Jahren
Jugendliche, die noch nicht 15 Jahre alt sind, gelten vor dem Gesetz noch als Kinder. Sie dürfen grundsätzlich noch nicht arbeiten, mit wenigen Ausnahmen. Mit Zustimmung der Eltern dürfen sie leichte Tätigkeiten ausüben.
Diese sind aber zeitlich begrenzt. So dürfen sie maximal zwei Stunden täglich arbeiten (in der Landwirtschaft auch drei Stunden täglich) in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr. Gefährliche oder körperlich belastende Arbeiten sind tabu.
Ein Ferienjob im klassischen Sinne ist in diesem Alter also noch nicht möglich. Wohl aber Tätigkeiten wie:
- Zeitung oder Werbeprospekte austragen
- Nachhilfe geben
- Babysitten
- Gartenarbeit (für Nachbarn oder Großeltern)
- Haustiersitting oder
- kleine Botengänge
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Ferienjob ab 15
Mit dem 15. Geburtstag dürfen Jugendlichen mehr arbeiten. Als Vollzeitschüler dürfen sie während der Ferien bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr arbeiten. Dabei gelten folgende Regelungen:
- maximal acht Stunden täglich
- höchtens 40 Stunden pro Woche
- i.d.R. zwischen 6 und 20 Uhr
Es gibt auch hier wieder Ausnahmeregelungen für zum Beispiel Jobs beim Bäcker oder in der Gastronomie.
Welche Ferienjobs sind für Teens geeignet?
Einem Teenager, der vor allem Geld verdienen will, ist die eigentliche Tätigkeit oft nicht wichtig. Viele schauen sich deshalb nach gut bezahlter Fließbandarbeit oder dem Regale einräumen um. Es kann sich aber auch lohnen, genauer auf die Interessen des Teens zu schauen und dann nach einer Sommertätigkeit zu suchen.
Verkauf und Supermarkt
Der Klassiker in den Sommerferien ist der Job im Supermarkt oder Discounter. Da werden in der Urlaubssaison oft händeringend Aushilfen gesucht. Was muss da gemacht werden?
- Waren einräumen
- Regale auffüllen
- Lagerarbeit
- einfache Sortieraufgaben
Vorteile an einem Job im Supermarkt: Teens lernen strukturiert zu arbeiten und müssen früher oder später mit Kund*innen umgehen lernen.
Nachteile am Job im Supermarkt: Wer was verdienen will muss hier oft früh ran. Viele Supermärkte öffnen zwischen 6 und 8 Uhr morgens. Und eintönig kann die Arbeit auch schon mal werden.
Gastronomie
Auch Cafés, Restaurants oder Eisdielen sind im Sommer oft auf der Suche nach Aushilfen. Was kann da gemacht werden?
- Abräumen
- Servieren
- Spülen
- Vorbereitung einfacher Speisen
Vorteile an einem Job im Gastrogewerbe: Am Kunden bzw. der Kundin kommt man hier nicht vorbei. Das schult die Kommunikationsfähigkeiten und auch das Verhandlungsgeschick. Oft sind die Jobs auch noch kurzfristig zu ergattern.
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Nachteile am Job in der Gastro: Es kann schon mal spät werden im Restaurant. Teenagern, denen neben dem Geld verdienen auch ihre Freizeit mit Freund*innen wichtig ist, schauen vielleicht lieber nach einem anderen Ferienjob.
Freizeitparks, Freibäder oder Ferienprogramme
In den Ferien sind Freizeitparks und Schwimmbäder oft rappelvoll. Auch Ferienangebote durch Städte und Kommunen freuen sich oft über eine große Nachfrage. Klar, dass hier viele Hände mehr gebraucht werden für zum Beispiel:
- Einlasskontrollen
- Betreuung von Spielstationen
- Ausgabe von Material
- Unterstützung von Kinderprogrammen
Vorteile an einem Ferienfreizeitjob im weitesten Sinne ist die Abwechslung. Gerade, wer sich darauf einlässt, mit (jüngeren) Kindern zusammenzuarbieten, bekommt jeden Tag Neues geboten. Und darf viel Verantwortung tragen. Das pusht das Selbstvertrauen enorm.
Nachteile an Ferienfreizeiten: Ständig auf Abruf zu sein und dafür zu sorgen, dass andere eine gute Zeit haben, kann anstrengend sein. Laut und wuselig ist es zudem auch.
Landwirtschaft
Gutes Geld lässt sich auch in der Landwirtschaft verdienen. Rund um die Erntezeit wird auch hier jede Hand gebraucht, für beispielsweise das:
- Obst pflücken
- Gemüse ernten oder
- Pflanzen sortieren
Körperlich anstrengende Arbeiten, so regelt es das JArbSchG, dürfen Jugendliche nicht übernehmen. Aber ganz ohne Schweiß lässt sich vermutlich keine dieser Tätigkeiten im Sommer und Spätsommer ausüben.
Vorteile bei einem Job in der Landwirtschaft ist das Arbeiten unter freiem Himmel. Und sicherlich schadet es nicht, zu wissen, woher das eine oder andere Lebensmittel kommt.
Nachteile kann ein Job in der Landwirtschaft aber auch haben, denn ein bisschen dreckig wird er vermutlich. Für Langschläfer ist er auch eher nichts, denn die Ernte beginnt oft in den Morgenstunden.
Büro und Verwaltung
Auch so manches Unternehmen ist froh, wenn es in der Urlaubssaison extra Hände für die Büroarbeit findet. Dazu gehört zum Beispiel:
- das Sortieren von Unterlagen
- Digitalisieren von Dokumenten
- (einfache) Datenerfassung
- Post sortieren und verteilen
Wer also heute schon weiß, dass es nach der Schule in die kaufmännische Richtung gehen könnte, der hat hier eine gute Möglichkeit, einen Einblick zu erhalten.
Vorteile an Büroarbeit: Die Arbeitszeiten sind oft gut verträglich mit dem Schlafbedarf von Teenagern. Auch muss man nicht befürchten, dass es super anstrengend werden könnte. Ein bisschen darf man den Kopf auch einsetzen.
Nachteile an Büroarbeit: Vermutlich wird die Arbeit nach einer gewissen Zeit eintönig und wenig abwechslungsreich. Mit Kund*innen oder auch Kolleg*innen hat man wenig bis keinen Kontakt. Man werkelt eher alleine vor sich hin.
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Verbotene Ferienjobs
Der Gesetzgeber schützt Minderjährige sehr bewusst mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Nicht erlaubt sind deshalb Tätigkeiten:
- mit schweren Maschinen
- mit giftigen Chemikalien
- mit schwerer körperlicher Arbeit
- Akkordarbeit
- mit erhöhtem Unfallrisiko
Es schadet also keinesfalls, wenn man vor dem ersten Arbeitstag des Sprösslings mal nachfragt, was genau er oder sie machen darf oder muss.
Gibt’s im Ferienjob Mindestlohn?
Der Anspruch auf Mindestlohn gilt nicht für Jugendliche unter 18 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Nichtsdestotrotz sind Arbeitgeber bei Ferienjobs oft nicht knausrig.
Es ist gar nicht unüblich, dass Teenager beispielsweise in einem Supermarkt fürs Regale einräumen 15 bis 17 Euro die Stunde verdienen können.
Es lohnt sich deshalb immer, sich mehrere Angebote einzuholen.
Wie findet man einen Ferienjob?
Die wenigsten Betriebe schreiben Ferienjobs aus. Fragt also einfach in eurem Supermarkt, der Gärtnerei oder dem Kino nach, ob sie jemanden suchen. Auch Freunde, Nachbarn und Verwandte wissen manchmal, wer im Sommer Hilfe gebrauchen kann.
Auch die örtliche Arbeitsagentur kann dabei helfen, Ferienjobs zu vermitteln. Je früher man nachfragt, um so größer ist oft das Angebot.
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