Wenn ein Baby weint, geht das direkt unter die Haut. Selbst wenn man weiß, das Weinen normal ist, kann es sich manchmal überwältigend anfühlen. Vor allem dann, wenn man nicht sofort versteht, was das eigene Kind gerade braucht.
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Die gute Nachricht: Babys weinen nicht ‚ohne Grund‘. Weinen ist ihre wichtigste Form der Kommunikation. Und mit der Zeit lernen Eltern sehr gut, die verschiedenen Signale zu unterscheiden.
Dieser Artikel soll dir dabei helfen, typische Situationen einzuordnen und gibt dir konkrete, alltagstaugliche Tipps, die wirklich helfen können.
Warum Babys weinen und warum reagieren so wichtig ist
Babys können Müdigkeit, Hunger oder ihr Bedürfnis nach Nähe nicht anders ausdrücken als durch Weinen. Das bedeutet nicht, dass etwas falsch läuft. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Das Weinen zeigt an, dass dein Baby dir vertraut, dass du ihm helfen kannst.
Wichtig ist deshalb vor allem eines: Reagiere auf das Weinen deines Babys. Hochnehmen, Nähe, deine Stimme, Körperkontakt, all das signalisiert deinem Kind, dass du da bist und das es sicher ist.
1. Baby weint nachts – das steckt dahinter
Viele Eltern fragen sich, warum das Babys vor allem nachts so viel weint. Die Antwort darauf ist meist simpel: Babys haben noch keinen Tag-Nach-Rhythmus. Sie müssen erst lernen, dass Nacht Ruhe bedeutet.
Häufige Gründe, die Babys nachts weinen lassen:
- Hunger
- volle Windel
- Nähebedürfnis
- Unsicherheit nach dem Aufwachen
Was kann helfen?
- reagiere früh auf erste Unruheanzeichen und warte nicht, bis dein Baby sich in Rage geweint hat
- Stillen oder Fläschchen geben lassen viele Babys schnell wieder einschlafen
- Nähe zulassen: Tragen, Kuscheln oder bei Bedarf auch ein Familienbett
- leise, gleichmäßige Geräusche (z.B. leise Musik oder sanftes Rauschen)
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Ganz wichtig: Dein Baby weint nachts nicht, um dich zu ärgern. Es braucht deine Unterstützung und die darf es wirklich jederzeit bekommen.
2. Baby weint beim Füttern – mögliche Ursachen
Weinen beim Stillen oder Fläschchen geben ist für Eltern besonders verunsichernd. Dabei gibt es viele harmlose Gründe, warum dein Kind beim Füttern weint.
Mögliche Auslöser:
- sehr großer Hunger
- Luft im Bauch
- zu schneller oder zu langsamer Milchfluss
- Bauchschmerzen oder Blähungen
- Überforderung
Tipps, die helfen können:
- füttere nach Bedarf, nicht nach der Uhr
- achte darauf, dein Baby zwischendurch aufstoßen zu lassen
- halte dein Baby beim Trinken möglichst ruhig und aufrecht
- beobachte, ob bestimmte Lebensmittel (bei stillenden Müttern) Bauchschmerzen verursachen
Viele Babys weinen beim Füttern nicht, weil sie satt sind, sondern weil es ihnen gerade zu viel ist. Kleine Pausen können da manchmal Wunder wirken.
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3. Baby weint im Auto – warum das häufig passiert
Während manche Babys Autofahren lieben, empfinden andere es als Stress. Die Enge, die Geräusche, der fehlende Körperkontakt, all das kann ein Baby verunsichern.
Was du tun kannst:
- Fahrten möglichst auf Schlafenzeiten legen
- vorher wickeln und füttern
- sanfte Musik einschalten
- wenn möglich, mit einer zweiten Person fahren
- selbst ruhig bleiben, denn Babys spüren Stress deutlich
Nicht jedes Baby wird Autofahren mögen und das ist völlig in Ordnung und kein Zeichen dafür, dass Eltern etwas falsch machen.
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4. Baby weint im Kinderwagen – oft aus Überforderung
Viele Babys reagieren sensibel auf Reize. Zu viele Eindrücke können schnell zu viel werden. Besonders Geräusche und neue Lichtverhältnisse können ein Baby verunsichern. Genauso wie die fehlende Nähe zu Mama oder Papa und all der Platz im Kinderwagen.
Hilfreiche Tipps:
- Kinderwagen so drehen, dass dein Baby dich sieht
- Sicht mit leichten Tüchern (luftdurchlässig müssen sie sein) begrenzen
- den Platz im Nest des Wagens begrenzen, bspw. mit einem Handtuch
- immer auch ein(e) Trage(tuch) dabei haben
Für viele Babys ist der Körper der Eltern der sicherste Ort. Oft reguliert die körperliche Nähe das Weinen.
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5. Baby weint beim Baden – das muss kein Muss sein
Es gibt einfach Kinder, die mit dem Element Wasser nichts anfangen können. Das ist völlig normal. Das Gute ist, dass sehr kleine Babys nicht täglich, nicht einmal wöchentlich gebadet werden müssen
Tipps, wenn Baden notwendig ist:
- bade nur, wenn dein Baby satt und wach ist
- wärme den Raum gut vor
- das Wasser sollte eine Temperatur von 37 Grad Celcius haben
- schaffe eine ruhige Atmosphäre
- halte das Baden kurz
Es reicht oft auch aus, Babys mit einem warmen Waschlappen sauber zu waschen. Nichtsdestotrotz sollte das Baden geübt werden. Manchmal hilft auch die Routine dabei, Unbehagen abzubauen.
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Wann Weinen ärztlich abgeklärt werden sollte
Eigentlich ist Weinen bei Babys harmlos. Es gibt aber Situationen, da lohnt es sich dennoch, genauer hinzuschauen und das Kind ärztlich untersuchen zu lassen. Zum Kinderarzt bzw. der Kinderärztin gehen solltest du, wenn dein Kind:
- schrill und anhaltend schreit
- das Trinken verweigert
- Fieber hat
- auffällig teilnahmslos wirkt
- ein deutlich verändertes Verhalten zeigt
Bei Babys und Kleinkindern gilt: Lieber einmal zu viel nachfragen.
Babys Weinen verstehen braucht Zeit
Niemand versteht sein Baby von Anfang an perfekt. Nähe, Geduld und Beobachtungen sind wichtiger als jede Methode zur Beruhigung. Mit jedem Tag lernt ihr einander besser kennen und das Weinen deines Kindes wird dir immer verständlicher.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Jedes Baby ist einzigartig. Höre auf dein Gefühl und auf dein Kind.
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