Teenager geben sich gern selbstbewusst, abgeklärt und cool. Sie diskutieren, widersprechen und wollen vieles alleine entscheiden. Gleichzeitig lassen sie sich leichter verunsichern, als viele Erwachsene denken. Ein Kommentar von Freund*innen, eine Reaktion in der WhatsApp-Klassengruppe oder das Gefühl, nicht dazuzugehören, reichen aus, um die eigene Meinung infrage zu stellen.
Dahinter steckt nicht, wie man vermuten könnte, fehlendes Selbstvertrauen. Für Teenager ist es wichtiger denn je, Teil einer Gruppe zu sein. Die eigenen Wünsche und Vorstellungen rücken dafür schnell in den Hintergrund.
Deshalb brauchen Teenager uns Erwachsene, die ihnen zeigen, dass das Bauchgefühl wichtig ist, und dass sie ihrer eigenen Wahrnehmung immer vertrauen sollten.
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Es sind nicht die großen Gefahren
Intuition und das Gefühl für eine Situation entsteht gar nicht nur in großen Gefahrensituationen, sondern im Alltag. Deshalb ist es so wichtig, wie wir auf unsere Kinder reagieren, wenn sie etwa die eine Lehrerin nicht mögen oder keine Lust haben, irgendwohin zu gehen.
Wir wiegeln das nämlich oft ab. Dann „meint die Lehrerin das bestimmt nicht so“, oder das Kind „soll sich nicht so anstellen“. Damit sprechen wir den Kindern aber ihr Bauchgefühl ab.
Lassen wir unsere Kinder und Teenager also ruhig eine Lehrerin doof finden. Oder lassen wir sie einfach merken, dass
- die eine Freundschaft ihnen nicht guttut.
- sie nach dem Treffen mit bestimmten Menschen immer schlecht gelaunt sind.
- sie ja sagen, obwohl sie nein meinen.
Aus solchen Dingen entsteht die Wahrnehmung für dieses Grummeln im Bauch. Wir Eltern müssen also Entscheidungen unserer Kinder nicht korrigieren oder kommentieren. Lassen wir sie stattdessen ihre eigenen Erfahrungen machen.
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Eigene Fehler eingestehen
Viele Kinder und Jugendliche glauben als Erwachsener hat man immer einen Plan und weiß sofort, was zu tun ist. Das stimmt natürlich nicht. Wir erleben auch Situationen, in denen unser Kopf die Entscheidung übernimmt, obwohl unser Bauchgefühl etwas anderes sagt.
Unsicherheiten sind normal im Leben, egal ob mit 15, 45 oder 75 Jahren. Und das müssen Teenager verstehen. Dabei leitet uns auch unser Bauchgefühl sicher mal fehl. Aber es ist wichtig, zu erkennen, dass es uns Warnsignale senden kann, die oft eine Berechtigung haben.
Bauchgefühl braucht Selbstvertrauen
Wer ständig hört, dass er oder sie falschliegt, übertreibt oder sich etwas einbildet, verliert den Zugang zur Selbstwahrnehmung. Schließlich scheint er oder sie dem eigenen Gefühl (aus Sicht der Erwachsenen) nicht vertrauen zu können.
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Wer stattdessen erlebt, dass die eigenen Gefühle ernst genommen werden, entwickelt auch mehr Sicherheit, sich auf sie zu verlassen.
Das heißt natürlich nicht, dass Eltern alles durchwinken müssen.
Social Media und das Bauchgefühl
TikTok, Instagram und Co. gehören für Teenager zum Alltag. In den Apps sehen sie vermeintlich perfekte Leben, Körper oder Beziehungen. Und sie sehen Menschen, die Grenzen für Likes überschreiten, die Druck machen oder andere manipulieren. Ein gutes Bauchgefühl ist wichtig, um genau so etwas zu erkennen.
Zu merken, dass sich etwas falsch anfühlt, kann man nicht einfach stur lernen, wie beispielsweise Vokabeln. Gespräche mit dem Teenager sind deshalb unerlässlich, in denen wir Eltern einfach nur zuhören und nicht versuchen, ein Problem oder Gefühl zu lösen.
So entwickeln sie einen Sinn für ihr Bauchgefühl und lernen, dass sie ihm vertrauen können.
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