Schon beim Blick aufs Thermometer fängt man derzeit an zu schwitzen. Bei Außentemperaturen über 30 Grad hält man sich meist lieber drinnen auf. Zumindest, solange es in Haus und Wohnung kühler ist als draußen. Doch auch das ist nicht immer in der Fall.
Neben hohen Temperaturen, kämpfen wir im Sommer aber oft auch mit einer hohen Luftfeuchtigkeit.
Luftfeuchtigkeit in Innenräumen: Diese Werte sind ideal
Im Wohn- und Schlafbereich gilt eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 % als ideal. Im Bad darf die Luftfeuchtigkeit mit bis zu 70 % auch höher sein, da hier vermehrt Wasserdampf entsteht.
Dass die Luftfeuchtigkeit in Haus und Wohnung ansteigt, wenn wir nicht lüften, ist ganz normal. Allerdings kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit langfristig negative Folgen haben und für Schimmel sorgen.
Herrschen über einen längeren Zeitraum, also mehrere Wochen bis Monate, über 80 % Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, kann Schimmel entstehen.
Kondenswasser bildet sich übrigens erst bei 100% relativer Luftfeuchtigkeit.
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Im Sommer lässt sich die Luftfeuchtigkeit nur schwer senken
Doch die Gefahr besteht nicht nur im Winter. Auch im Sommer während längerer Hitzeperioden kann die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen stark ansteigen. Und gerade hier gestaltet es sich besonders schwierig, die Luftfeuchtigkeit zu senken. Das klappt nämlich nur, wenn draußen niedrigere Temperaturen herrschen und die Luftfeuchtigkeit nicht allzu hoch ist. Wer bei einem Gewitter die Fenster aufreißt, bewirkt daher oft Gegenteiliges.
Im Sommer sollte man nicht tagsüber oder bei Regen lüften, sondern besser nur frühmorgens oder spät abends. Voraussetzung ist, dass die Temperaturen in dieser Zeit gesunken sind und die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist.
Tipp: Wer tagsüber Fenster und Türen geschlossen hält, sollte in Innenräumen alles vermeiden, was für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt. Dazu gehört zum Beispiel Wäsche trocknen oder kochen.
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Warum die Luftfeuchtigkeit von der Temperatur innen und außen abhängt
Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Kalte Luft enthält meist eine geringere Luftfeuchte. Dadurch ist die relative Luftfeuchtigkeit immer von der Temperatur abhängig. Im Winter lässt sich die Luftfeuchtigkeit gut durch die kalte Außenluft senken. Strömt kalte Luft in die warme Wohnung, wird sie erwärmt. Dadurch sinkt die Luftfeuchtigkeit drinnen.
Ein häufiges Beispiel ist der Keller. Strömt an einem schwülen Sommertag heiße Luft in den kühlen Keller, wird sie innen abgekühlt. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit.
Grob, kannst du dir daher folgendes merken:
Draußen kalt, innen warm – > Lüften senkt die Luftfeuchtigkeit
Innen kalt, draußen warm -> Lüften erhöht die Luftfeuchtigkeit
Luftfeuchtigkeit senken: Wann Lüften im Sommer sinnvoll ist
Um auszumachen, ob Lüften sinnvoll ist, um die Luftfeuchtigkeit zu senken, benötigst du in jedem Fall ein Hygrometer innen und außen. Nur so kannst du bestimmen, ob die Luftfeuchtigkeit durch die Außenluft gesenkt werden kann.
In der folgenden Tabelle findest du Orientierungswerte, die dir dabei helfen, richtig zu lüften:
| Außentemperatur | Außenluftfeuchtigkeit | Lüften sinnvoll? | Wirkung auf die Raumluft |
|---|---|---|---|
| 35 °C | 30–40 % | Ja | Warme Luft enthält zwar viel Feuchtigkeit, ist aber relativ trocken. Nach dem Abkühlen sinkt die Luftfeuchtigkeit im Raum deutlich. |
| 30 °C | 50–60 % | Bedingt | Kann helfen, wenn die Innenluft noch feuchter ist. Effekt oft begrenzt. |
| 30 °C | über 70 % | Nein | Es gelangt zusätzliche Feuchtigkeit ins Haus. |
| 25 °C | unter 60 % | Ja | Gute Bedingungen zum Entfeuchten. |
| 25 °C | über 70 % | Eher nein | Die Luft bringt bereits viel Feuchtigkeit mit. |
| 20 °C | unter 70 % | Ja | Senkt die Raumfeuchtigkeit meist zuverlässig. |
| 20 °C | über 80 % | Kaum | Der Entfeuchtungseffekt ist gering. |
| 15 °C | unter 90 % | Ja | Die kühle Luft kann nach dem Erwärmen viel Feuchtigkeit aufnehmen. |
| 15 °C | über 95 % (Nebel, sehr feucht) | Nein | Die Luft ist nahezu gesättigt und trocknet Innenräume kaum. |
Bei hoher Luftfeuchtigkeit im Sommer helfen Klimaanlagen und Luftentfeuchter
Wie du anhand der Tabelle siehst, bekommt man die Luftfeuchtigkeit während einer schwülen Hitzewelle kaum durch Lüften in den Griff. Selbst nachts ist die Außenluft häufig noch so feucht, dass sie beim Lüften kaum Entlastung bringt.
Dann helfen meist nur Klimaanlagen oder elektrische Luftentfeuchter (gibt’s hier bei Amazon)* dabei, die Luftfeuchtigkeit spürbar zu senken. Die Temperatur allein ist also kein guter Indikator. Entscheidend ist, wie viel Wasser die Außenluft tatsächlich enthält.
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