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Wer Federgras im Garten hat, sollte jetzt einen Kamm zücken

Ziergräser im Garten.
© Getty Images/chris-mueller

Vorab im Video: Das sind die schönsten Ziergräser für deinen Garten

Du hast Federgras in deinem Garten und wünschst dir mehr davon? Ich zeige dir einen Trick, mit dem du es ganz einfach vermehren kannst.

„Kämmst du das Gras?“, fragte mich am Wochenende meine Schwiegermama, als ich mit Kamm bewaffnet im Beet stand und das über unseren Urlaub borstig gewordene Federgras striegelte.

Fairerweise: Von außen betrachtet sah das wirklich ein bisschen bescheuert aus.

Ich stand da, hielt vorsichtig ein Büschel Federgras fest und kämmte Strähne für Strähne durch, als würde ich meinem früheren Pflegepony die Mähne entwirren. Der Blick meiner Schwiegermutter schwankte irgendwo zwischen Sorge („Hat sie einen Sonnenstich?“) und stiller Akzeptanz („Na gut, sie macht ja öfter komische Sachen im Garten.“).

Ein Kamm ist das beste Werkzeug für Federgras

Eine solche Kämmaktion mag komisch wirken, aber sie macht absolut Sinn. Mein Federgras hatte über unseren Urlaub Samen gebildet. Das merkt man ziemlich schnell: Statt locker und fluffig im Wind zu tanzen, hängen die Gräser wie verfilzte Strähnen herunter.

Früher hätte ich gedacht: „Tja, jetzt sieht es halt nicht mehr so schön aus.“ Heute weiß ich: Genau jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, den Kamm zu holen.

Denn beim Auskämmen landen jede Menge Samen zwischen den Zinken. Dadurch verliert das Federgras an Gewicht und die Halme richten sich wieder auf. Und noch einen Vorteil hat das Kämmen: Aus diesen Samen kannst du kostenlos neues Federgras ziehen.

Federgrassamen auf Kamm
Ein Kamm ist das perfekte Werkzeug, um Federgras zu vermehren. Credit: gofeminin/Ann-Kathrin Schöll

Mein Tipp: Benutze dabei Handschuhe! Zwar gehört Federgras zu den zarten Ziergräsern, an denen man sich üblicherweise nicht schneidet, doch sicher ist sicher.

Federgras lässt sich ganz einfach vermehren

Federgras kostet in vielen Gartencentern über 5 Euro. Das Geld spar ich mir, denn mit den ausgekämmten Samen kannst du das beliebte Ziergras super easy selbst ziehen.

Das Aussäen ist überraschend unkompliziert. Ich kratze mit der behandschuhten Hand oder einer kleinen Schaufel nur ein ganz flaches Loch in die Erde und lege eine kleine Handvoll Samen hinein. Anschließend streue ich ganz locker etwas Erde darüber und gieße vorsichtig an.

Wichtig ist nur ein Detail: Federgras gehört zu den sogenannten Lichtkeimern. Die Samen dürfen also nicht tief unter der Erde verschwinden, sonst wird aus dem kleinen Gartenexperiment nichts.

Federgras mag kargen Boden

Ich mische außerdem immer etwas Sand unter die Erde. Federgras stammt ursprünglich aus Steppenlandschaften und liebt trockene, eher nährstoffarme Böden. Je weniger Wellnessprogramm, desto glücklicher ist die Pflanze.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst du die Samen auch erst in kleinen Pflanztöpfen vorziehen. Nach rund zwei Monaten sind die jungen Pflanzen kräftig genug fürs Beet – oder als kleines Mitbringsel für andere Gartenfans.

Du kannst Federgras auch in Töpfen ziehen

Du kannst Federgras auch in ausrangierten Pflanztöpfen aus Kunststoff ziehen und die kleinen Pflänzchen einpflanzen, wenn sie etwas gewachsen sind. Das dauert gut zwei Monate. Selbst gezogenes Federgras ist übrigens auch ein tolles Geschenk für Gartenliebhaber!

Hier habe ich noch mehr Garten-Tipps für dich:

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Federgras-Vermehren und weiterhin eine wunderschöne Gartensaison!