Inhaltsverzeichnis
- Ursachen für Haarausfall
- Was bringen Hausmittel gegen Haarausfall wirklich?
- Die 10 besten Hausmittel gegen Haarausfall
- Haarausfall: Was du noch tun kannst
- Haarausfall: Wann zum Arzt?
Sie sollen voll, glänzend und voluminös sein – die Haare auf unserem Kopf. Was aber, wenn sie sich plötzlich lichten oder sogar ausfallen? Viele greifen dann zu Hausmitteln, die versprechen, den Haarausfall stoppen und das Haarwachstum zu fördern. Wie gut sie wirken und wie du sie anwendest, liest du im Folgenden.
Ursachen für Haarausfall
Bevor du irgendwelche Mittel ausprobierst, solltest du dir bewusst sein, dass jeder Mensch im Durchschnitt 70 bis 100 Haare pro Tag verliert. Das ist völlig normal und erstmal kein Anlass zur Sorge. Fallen jedoch regelmäßig mehr als 100 Haare aus, lohnt sich eine ärztliche Abklärung.
Denn Haarausfall kann verschiedenste Ursachen haben. Unter anderem können erbliche Veranlagung, hormonelle Veränderungen (beispielsweise durch eine Schwangerschaft) oder ein Nährstoffmangel dazu führen, dass die Haare ausfallen und nicht mehr so kräftig wachsen. Aber auch Stress oder ein Infekt kommen als Übeltäter infrage. Mehr zu den Ursachen für Haarausfall bei Frauen erfährst du hier.
Je nach Ursache unterscheidet die Medizin drei Arten von Haarausfall:
Diffuser Haarausfall zeigt sich durch gleichmäßigen Haarverlust am gesamten Kopf und entsteht häufig durch Stress, hormonelle Veränderungen oder Nährstoffmängel.
Androgenetischer Haarausfall ist erblich bedingt und führt bei Männern typischerweise zu einer Lichtung am Hinterkopf, bei Frauen zu einer Ausdünnung am Scheitel.
Kreisrunder Haarausfall, auch Alopecia areata genannt, tritt plötzlich auf und äußert sich durch runde, kahle Stellen, ausgelöst durch eine Autoimmunreaktion.
Was bringen Hausmittel gegen Haarausfall wirklich?
Egal, welche Ursache dem Haarausfall zugrunde liegt: Die meisten Betroffenen suchen erstmal nach sanften Möglichkeiten, um ihn in den Griff zu bekommen. Besonders beliebt sind Hausmittel aus der Natur. Doch können Rosmarinöl, Zwiebelsaft und Co. das Ausfallen der Haare wirklich verhindern und der Mähne zu neuer Fülle verhelfen?
Bisher gibt es dafür leider keinen eindeutigen, wissenschaftlichen Beweis. Die meisten Studien sind klein, nicht standardisiert oder haben nur indirekte Effekte, etwa durch eine bessere Nährstoffversorgung oder Durchblutung der Kopfhaut.
Einige Pflanzenextrakte zeigen ersten Untersuchungen zufolge aber durchaus Potenzial und können bei der Behandlung von diffusem, temporärem Haarausfall eine sinnvolle Ergänzung sein. Vorausgesetzt, du wendest sie regelmäßig und über einen längeren Zeitraum an.
Leidest du hingegen unter genetisch oder autoimmun bedingtem Haarausfall, wirst du mit Hausmitteln nicht weit kommen. Denn sie können keine medizinische Behandlung ersetzen.
Die 10 besten Hausmittel gegen Haarausfall
1. Rosmarin
Rosmarin zählt zu den beliebtesten Hausmitteln gegen Haarausfall – aus gutem Grund: In einer Studie aus dem Jahr 2015 erzielte das aromatische Heilkraut eine ähnliche Wirkung wie Minoxidil. Wer sich persönlich überzeugen möchte, kann Rosmarin-Haarwasser einfach selbst herstellen oder zu Rosmarinöl greifen.
Anwendung: Rosmarinöl solltest du nicht pur verwenden, da es sich um ein ätherisches Öl handelt und zu Hautirritationen führen kann. Verdünne es daher immer mit einem Trägeröl (zum Beispiel Jojoba-, Argan- oder Kokosöl) und trage es vor dem Haarewaschen auf. Gib deine Öl-Mixtur auf das trockene Haar und massiere dabei deine Kopfhaut. Lasse die Öl-Kur für mindestens drei Stunden oder über Nacht einwirken und wasche die Haare danach wie gewohnt.
2. Jojobaöl
Jojobaöl punktet mit seinen hautverträglichen und beruhigenden Eigenschaften. Das leichte Öl zieht schnell ein, ähnelt dem hauteigenen Talg und hilft, die Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ideal bei fettiger oder trockener Kopfhaut! Da es sehr mild ist, kannst du es problemlos täglich benutzen.
Anwendung: Zur Anwendung einfach ein paar Tropfen des Öls in die Fingerspitzen geben und sanft in die Kopfhaut einmassieren. Am besten lässt du es über Nacht einwirken und wäscht es am nächsten Morgen mit einem milden Shampoo aus. So kann das Öl seine volle Wirkung entfalten, die Talgproduktion regulieren und die Haarwurzeln stärken.
3. Arganöl
Arganöl ist ein echtes Multitalent: Es versorgt die Haarwurzeln mit wichtigen Nährstoffen wie Vitamin E, Antioxidantien und ungesättigten Fettsäuren und hilft so, sie zu stärken. Gleichzeitig beruhigt es die Kopfhaut und spendet Feuchtigkeit, was vor allem strapaziertem und trockenem Haar zugutekommt.
Anwendung: Gib ein paar Tropfen Arganöl ins handtuchtrockene Haar. Kämme dein Haar nicht durch, sondern bringe es mit den Fingern in Form. Nach fünf bis zehn Minuten Einwirkzeit kannst du es wie gewohnt föhnen. Alternativ kannst du etwas mehr Öl verwenden, in die Kopfhaut einmassieren und über Nacht einwirken lassen.
4. Kokosöl
Kokosöl wirkt entzündungshemmend, schützt das Haar vor Proteinverlust und spendet Feuchtigkeit. Dies wiederum kann die Kopfhaut stärken und Haarbruch vorbeugen – zwei wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Haarwachstum.
Anwendung: Nimm ein bis zwei Teelöffel Kokosöl und verreibe es in deinen Händen, damit es schmilzt. Verteile es nun auf der Kopfhaut und massiere es sanft ein. Jetzt lässt du das Kokosöl für mindestens 30 Minuten oder als Kur über Nacht einwirken. Anschließend wäschst du dein Haar mit Shampoo.
5. Rizinusöl
Der Samen des Wunderbaums, auch als Rizinusbaum bekannt, liefern Rizinusöl. Bereits in der Antike wurde das goldgelbe Öl als Heil- und Schönheitsmittel angewendet. Zwar wirkt es nicht direkt gegen Haarausfall, aber das Haarwachstum soll durch Rizinusöl gefördert werden. Außerdem soll es das Haar selbst von der Wurzel her kräftigen und ihm einen schönen Glanz verleihen. Kaltgepresstes Rizinusöl bekommst du in der Apotheke, im gut sortierten Drogeriemarkt oder hier bei Amazon*.
Anwendung: Verteile ein paar Tropfen Rizinusöl zwischen deinen Händen, massiere es sanft in die Kopfhaut, lasse es einige Stunden einwirken und wasche dein Haar dann. Alternativ gibst du ein paar Tropfen des Öls direkt in dein Shampoo.
6. Bockshornklee
Bockshornkleesamen sollen ebenfalls gegen Haarausfall wirken. Viele Nährstoffe, die das Haar benötigt, sind in Bockshornklee enthalten, unter anderem Vitamin B, C und Eisen. Entweder man nimmt Bockshornklee über die Nahrung auf, durch ein Fertigpräparat oder man rührt damit eine Haarmaske an. So geht’s:
Anwendung: Mische zwei Esslöffel gemahlene Bockshornkleesamen (erhältlich bei Amazon*) mit einem Esslöffel Kokosnuss- oder Olivenöl. Massiere die entstandene Paste in deine Kopfhaut ein. Lasse die Packung dann für 20 bis 30 Minuten einwirken. Wasche dein Haar im Anschluss wie gewohnt. Sollte deine Kopfhaut während der Anwendung brennen oder jucken, dann spüle die Haarmaske sofort mit Wasser ab und wasche dein Haar im Anschluss mit mildem Shampoo. Bockshornkleesamen in Pulverform gibt es zum Beispiel im Reformhaus.
7. Aloe Vera
Aloe Vera ist ein bewährtes Hausmittel bei trockener oder gereizter Haut und wird deshalb auch gerne bei Haarausfall eingesetzt. Der gelartige Pflanzensaft wirkt feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend und enthält wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Beste Voraussetzungen für ein gesundes Haarwachstum!
Anwendung: Aloe-Vera-Gel (aus dem Reformhaus oder direkt aus dem Blatt) auf die Kopfhaut auftragen, sanft einmassieren und einwirken lassen. Nach etwa 30 Minuten mit lauwarmem Wasser und einem milden Shampoo ausspülen. Die Anwendung kannst du bis zu dreimal pro Woche wiederholen.
8. Koffein
Koffein ist nicht nur ein Wachmacher für den Körper, sondern auch für die Haarwurzeln. Studien zeigen, dass es die Haarfollikel stimulieren und die Durchblutung der Kopfhaut anregen kann. Dadurch werden die Haarwurzeln besser mit Nährstoffen versorgt, was das Haarwachstum unterstützen kann.
Schlechte Nachrichten für Kaffeeliebhaber*innen: Die Wirkung entfaltet sich nur bei äußerlicher Anwendung, etwa durch Koffeinshampoos oder Tinkturen. Du kannst aber auch eine Tasse kalten, starken Kaffee in die Kopfhaut einmassieren und nach zehn Minuten mit einem milden Shampoo auswaschen. Wichtiger Hinweis für alle Blondinen: Koffein kann helles Haar verfärben. In diesem Fall lieber auf farblose Produkte zurückgreifen!
9. Brennnessel
Die Brennnessel zählt zu den ältesten Heilpflanzen überhaupt und hat sich auch als Hausmittel gegen Haarausfall einen Namen gemacht. Sie ist reich an Nährstoffen wie Eisen, Silizium und Vitamin A, die durchblutungsfördernd und stärkend wirken. Außerdem besitzt sie talgregulierende und entzündungshemmende Eigenschaften und eignet sich somit gut für fettige oder irritierte Kopfhaut.
Anwendung: Für eine natürliche Haarspülung übergießt du zwei Esslöffel getrocknete Brennnesselblätter mit 500 Milliliter kochendem Wasser. Lass das Ganze 15 bis 20 Minuten ziehen und gut abkühlen. Den gefilterten Sud gießt du nach dem Haarewaschen vorsichtig über die Kopfhaut und massierst ihn sanft ein. Für optimale Ergebnisse nicht auswaschen.
10. Zwiebelsaft
Es mag im ersten Moment abschreckend klingen, dennoch schwören viele auf Zwiebelsaft gegen Haarausfall. Der Grund: Die enthaltenen Schwefelverbindungen können helfen, die Kopfhaut zu stimulieren und die Haarfollikel besser mit Nährstoffen zu versorgen, was das Haarwachstum positiv beeinflussen kann. Hinzukommt eine antibakterielle und pilzhemmende Wirkung, die Zwiebelsaft zu einer guten Wahl bei kopfhautbedingtem Haarausfall macht.
Anwendung: Eine mittelgroße Zwiebel schälen, fein pürieren und durch ein Sieb oder Tuch pressen. Den erhaltenen Sud vorsichtig in die Kopfhaut einmassieren, eine halbe Stunde einwirken lassen und anschließend gründlich mit einem milden Shampoo auswaschen. Tipp: Ein paar Tropfen Lavendelöl neutralisieren den intensiven Geruch.
Haarausfall: Was du noch tun kannst
Ernährung umstellen
Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für ein gesundes Haarwachstum. Nur wenn der Körper mit genügend Vitaminen und Mineralstoffen versorgt ist, kann er richtig funktionieren. Besonders wichtig für die Haare sind Eisen, Zink, Biotin, Vitamin D und B12 sowie Proteine. Da die genannten Nährstoffe in pflanzlicher Kost in geringerer Menge vorkommen, sollten insbesondere Vegetarier*innen und Veganer*innen auf eine ausreichende Zufuhr achten.
Bei dauerhaftem oder starkem Haarausfall kann es sinnvoll sein, die Nährstoffversorgung über ein Blutbild überprüfen zu lassen. So lässt sich ein möglicher Mangel gezielt ausgleichen. Eventuell ist hierfür die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig. Dies sollte aber nur in ärztlicher Absprache gesehen.
Stylingpause
Stylingprodukte und mechanische Einflüsse führen selten zu Haarausfall. Fakt ist aber auch, dass alkoholhaltige Haarsprays, zu heißes Föhnen oder das Tragen von straffen Zöpfen die Kopfhaut stressen und die Haarwurzeln auf Dauer schwächen können. Versuche deinen Haaren deshalb bewusste Stylingpausen zu gönnen und sie nicht zu häufig zu waschen. Zwei- bis dreimal pro Woche sollte reichen, außer du treibst viel Sport und schwitzt stark.
Probiere es aus und du wirst sehen: Schon kleine Veränderungen in deiner Stylingroutine können Großes bewirken und schaffen die Grundlage für gesundes, kräftiges Haar. Manchmal ist weniger eben wirklich mehr!
Haarausfall: Wann zum Arzt?
Deine Haare werden trotz Hausmitteln und sanfter Pflege immer dünner? Dann sprich mit deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin. Er oder sie kann eine erste Einschätzung abgeben, dein Blut untersuchen und dich gegebenenfalls an eine*n Dermatolog*in überweisen. Nur durch eine professionelle Diagnose kann die Ursache für den Haarverlust gefunden und richtig behandelt werden.
Neben Hausmitteln gibt es mittlerweile eine Vielzahl weiterer Produkte, die gegen Haarausfall helfen sollen. Von Trinkkuren über Kapseln bis hin zu Seren – lass dich auch hier von einer Fachperson beraten.
Etwas Wichtiges zum Schluss: Haut- und Haarpflege ist immer sehr individuell. Ob die von uns beschriebenen Tipps oder vorgestellten Produkte für dich funktionieren, kannst nur du selbst beurteilen. Wenn du eine sehr sensible Haut hast, die zu Irritationen neigt, oder unter Haarausfall leidest, ist es ratsam, eine*n Dermatolog*in aufzusuchen.
