Bevor meine Kinder in die Pubertät gekommen sind, dachte ich, diese Entwicklungsphase wäre vor allem für sie aufregend. Little did I know, dass es auch uns Eltern ziemlich auf die Probe stellt.
Mein Sohn ist inzwischen 16, meine Tochter 13. Ich begleite also gerade beide durch diese besondere Lebensphase. Und manchmal fühlt es sich an, als würde ich selbst jeden Tag etwas Neues lernen. Es gibt Tage, da bin ich unglaublich stolz, weil ich sehe, wie selbstständig sie werden. Und dann gibt es Tage, an denen ich mich frage, ob ich gerade alles falsch mache.
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Ich glaube, das ist etwas, worüber viel zu selten gesprochen wird. Wir reden oft darüber, wie schwierig Teenager sein können. Aber kaum darüber, was diese Zeit mit uns Eltern macht.
Diese fünf Gefühle kenne ich jedenfalls nur zu gut.
1. Ich vermisse meine kleinen Kinder
Natürlich wünsche ich mir meine Kinder nicht wirklich jünger zurück. Ich freu mich ja darüber, dass aus ihnen langsam junge Erwachsene werden.
Und trotzdem gibt es diese Momente: Wenn ich alte Fotos angucke, wenn ich daran denke, wie selbstverständlich wir früher gekuschelt haben oder wenn ich merke, dass ich jetzt als letzte von dies und jenem erfahre. Das macht mich manchmal sogar ein bisschen traurig.
Das bedeutet aber nicht, dass ich die aktuelle Lebensphase doof finde. Manchmal vermisse ich einfach die Zeit, die so schön war.
2. Ich frag mich häufiger als früher, ob ich das richtig mache
Als die Kinder kleiner waren, waren Entscheidungen gefühlt klarer und einfacher. Jetzt, in der Pubertät, zweifle ich öfter: Soll ich nachfragen oder lieber warten, bis meine Teenager von selbst erzählen? Soll ich konsequent bleiben oder in dieser Situation nachgeben? Wann brauchen meine Kinder Freiheit, wann klare Grenzen?
Ich ertappe mich immer wieder dabei, meine Entscheidungen zu hinterfragen. Also ja, ich bin gerade ein bisschen unsicher, schließlich hab ich zum ersten Mal Teenager in diesem Alter. Aber vielleicht ist das auch etwas Gutes. Denn wer sich Gedanken macht, zeigt, dass er sich für das Leben der Kinder interessiert und Verantwortung übernehmen will. Oder?
3. Ich bin manchmal einfach genervt
Ja, jetzt hab ichs gesagt. Manchmal nerven mich meine Teenager, wenn sie mal wieder das dreckige Geschirr auf die Spülmaschine stellen, die Schuhe im Wohnzimmer rumliegen oder sie auch nach der fünften Erinnerung nicht das Zimmer aufräumen.
Und dann verlier ich die Geduld wegen solcher Kleinigkeiten und fang an zu meckern. Keine Glanzmomente, das weiß ich. Aber meine Kinder wissen langsam auch, dass ich mich schnell wieder beruhige. Und am Ende zählt ja nicht der kleine Nervenzusammenbruch, sondern was danach passiert und wie man miteinander umgeht.
4. Ich fühl mich manchmal außen vor
Früher wusste ich so gut wie alles über meine Kinder. Heute bekomme ich kaum noch etwas mit und wenn, dann in sehr ausgewählten Häppchen.
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Das fühlt sich manchmal komisch an, eben so, als wäre man unwichtig und deshalb nicht mehr informiert. Gleichzeit weiß ich, dass es normal ist, dass meine Kinder sich lösen, eigene Erfahrungen machen müssen und eben auch Geheimnisse haben.
Unwichtig bin ich deshalb trotzdem nicht, das weiß ich auch. In schwierigen Momenten sind sie nämlich bisher immer noch zu mir gekommen.
5. Ich bin unglaublich stolz
Je größer meine Kinder werden, um so häufiger bin ich einfach nur stolz auf sie (und insgeheim auch auf mich). Wenn der Große ganz selbstständig seine Hilfe anbietet und Verantwortung übernimmt oder meine Tochter über sich hinauswächst, weil sie eine Situation mutiger meistert, als sie selbst gedacht hätte. Wenn ich sehe, wie beide ihre komplett unterschiedlichen und ganz eigenen Charakter entwickeln.
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In solchen Augenblicken kann man förmlich spüren, warum sich all die Anstrengungen, Zweifel, Tränen und Nervenzusammenbrüche lohnen. Pubertät bedeutet nämlich nicht nur Konflikte, sie bedeutet auch, dabei zusehen zu können, wie meine Kinder ihren Platz im Leben finden.
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