Sie knallen Türen, rollen mit den Augen und verbringen eigentlich jede freie Minute hinter verschlossenen Zimmertüren. Und irgenwie wird man als Eltern von Teenagern das Gefühl nicht los, dass sie einen nicht mehr brauchen.
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Doch dieser Eindruck täuscht. Hinter dem Wunsch nach mehr Freiheit steckt nämlich selten der Wunsch nach weniger Familie. Auch Jugendliche brauchen weiterhin eine stabile Bindung zu ihren Eltern, sie zeigen es nur anders.
Es gibt viele kleine Signale, die ihr bestimmt auch bei eurem Teenager wahrnehmt, wenn ihr genauer darauf achtet. Und nicht alle wirken auf den ersten Blick nach dem Versuch, Nähe aufzubauen.
Streit wegen Kleinigkeiten
Einen Streit vom Zaun zu brechen klingt erst mal nach allem anderen als dem Versuch, Nähe zu schaffen. Und doch machen Teenager genau das. Denn sie streiten mit Menschen, denen sie vertrauen und bei denen sie sich sicher fühlen.
Bei ihnen lassen sie allen Frust, Unsicherheiten oder ihre Überforderung raus. Ein Teenager, der also viel mit seinen Eltern diskutiert, nachfragt, bohrt und streitet zeigt, dass er Vertrauen in die Eltern hat und das ihm die Beziehung wichtig ist.
Streit über Alltägliches wie die unaufgeräumte Spülmaschine oder das Zuspätkommen haben ihren Ursprung also oft gar nicht in der Sache selbst, sondern sind ganz woanders entstanden.
Er oder sie ist einfach nur da
Teenager suchen die Nähe zu ihren Lieben oft unauffällig. Sie sitzen mit ihrem Handy im Wohnzimmer, obwohl sie genau das auch im eigenen Zimmer tun könnten. Sie begleiten dich zum Einkaufen oder sitzen in der Küche, während du kochst, ohne viel zu sagen.
Und das wirkt alles unspektakulär. Aber mach dir bewusst, dass dein Teen in solchen Momenten bei dir sein will, er entscheidet sich bewusst, in deiner Nähe zu sein. Manchmal, ohne dabei viel zu sagen und manchmal entstehen aus diesen Nebenbei-Situationen auch schöne Gespräche.
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Deine Anerkennung
„Kannst du mal kurz gucken?“, „Was meinst du?“ oder „Findest du das okay?“ sind Rückversicherungen, die sich Teenager immer mal bei ihren Eltern abholen. So selbstständig und unabhängig sie also schon wirken, es hilft ihnen sehr, wenn die Menschen, die ihnen nah sind, ihnen Aufmerksamkeit, Anerkennung und Zuspruch geben.
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Oft geht es nicht einmal um die eigentliche Frage, sondern mehr um Orientierung. Teenager testen dabei, wie Erwachsene ihre Entscheidungen oder bestimmte Situationen einschätzen. Sie wollen wissen, ob es richtig ist, was sie da machen.
Schlechte Laune zu Hause
Teenager performen eigentlich den ganzen Tag. In der Schule und mit Freund*innen geben sie sich cool, gelassen und mega entspannt. Und das ist anstrengend. Zu Hause fällt dann diese ‚Außenmaske‘ und jegliche Anspannung von ihnen ab.
Und dann kommen Stimmungen und Gefühle hoch, die vorher unterdrückt wurde. Plötzlich reagiert das eben noch gut gelaunte Kind gereizt, zieht sich zurück und spricht nur spärlich mit uns Eltern. >>Lies dazu auch: Darum sind Teenager ausgerechnet zu Mama oft am gemeinsten
Und auch das ist ein Zeichen dafür, dass das Kind sich sicher fühlt, weil es weiß, dass wir, seine Eltern, es ertragen können. Es lehnt uns nicht ab oder stößt uns weg, sondern es weiß, dass wir es bedingungslos lieben und es eben auch mal mies drauf sein darf. Das ist vielleicht kein unmittelbares Zeichen dafür, dass der Teen uns braucht, aber doch ein Beweis, dass wir wichtig sind in seinem Leben.
Er oder sie erzählt nebenbei das Wichtige
Kein Teenager wird ankündigen, jetzt etwas besonders Wichtiges zu erzählen. Stattdessen lassen sie uns in kleinen Bemerkungen und zwischen Tür und Angel wissen, was sie beschäftigt und bewegt.
Wer es hier schafft, einfach nur zuzuhören und nicht das Gespräch an sich reißt oder unzählige Nachfragen zu stellen, darf sich darüber freuen, dass der Teen einem sein Herz ausschüttet. Manchmal brauchen sie nämlich nur unser offenes Ohr.
>> Wieso Teenager immer abends gesprächig werden, kannst du hier nachlesen. <<
Deine Meinung zählt
Teenager geben sich gern cool und abgeklärt. In ihnen brodelt es aber sehr oft. Sie beobachten deshalb ganz genau, wie wir Eltern auf ihre Entscheidungen reagieren. Unsere Meinung ist ihnen wichtiger, als sie zugeben wollen.
Deshalb sollte man nie daran sparen, seinem Teen einen anerkennenden Blick, ehrliches Interesse und konstruktives Feedback entgegenzubringen. Und sich mit Kritik vorsichtig zurückhalten. Lies dazu auch: Diese 9 Sätze verletzen das Vertrauen deines Teenagers
Sie bitten selten um Hilfe, nehmen sie aber an
Es ist wichtig und richtig, dass man Teenager Probleme selbst lösen lässt, denn daran wachsen sie. Aber manchmal wenden sie sich eben doch noch an uns Eltern. Selten ganz direkt, sondern eher beiläufig. Dann stellen sie scheinbar nebensächliche Fragen und warten auf unsere Reaktion.
Kann man als Eltern dann signalisieren: „Ich bin da, wenn du mich brauchst“, statt sofort eine Lösung parat zu haben, stärkt das das Vertrauen des Teenagers in uns Eltern.
Nach dem Streit
Es ist ganz normal, dass Eltern und Teenager aneinander geraten, weil sie einfach unterschiedliche Erwartungen haben. Aber nicht immer muss danach eine große Aussprache folgen.
Teenager entschuldigen sich nämlich auch mit kleinen Gesten und ohne das große „Es tut mir leid“. Manchmal schicken sie einem ein lustiges Video, fragen nach dem Essen oder setzen sich einfach kommentarlos aufs Sofa.
Das sind alles Versuche, die Beziehung wieder zu normalisieren und ihre Art, uns zu zeigen, dass sie uns brauchen, auch wenn’s mal kracht.
Die schwierigen Momente
Stimmt die Beziehung zwischen Eltern und Kind, kommen auch Teenager mit den schwierigen Themen zu uns. Ob Liebeskummer, Streit im Freundeskreis oder Stress in der Schule, genau dann suchen sie unsere Nähe.
Einen sicheren Ort schafft man dann, wenn man zuhört und Vorwürfe weglässt. Denn genau das brauchen Teenager in dieser turbulenten Lebensphase, in der sich so viel auf einmal verändert.
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