Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine Ausschabung?
- Wann ist eine Ausschabung notwendig?
- Wie läuft eine Ausschabung ab?
- Wie sicher ist eine Ausschabung?
- Tut eine Ausschabung weh?
- Was ist nach der Ausschabung wichtig?
- Wann kann man nach einer Ausschabung (wieder) schwanger werden?
- Noch ein Wort zur emotionalen Seite
Die Ausschabung, medizinisch Abrasio uteri oder Kürettage genannt, ist ein gynäkologischer Eingriff, bei dem Gewebe aus der Gebärmutter entfernt wird. Für viele Frauen ist das Wort mit Unsicherheit, Angst oder Trauer verbunden. Gleichzeitig gehört die Ausschabung heute zu den häufigsten und sichersten Routineeingriffen in der Frauenheilkunde.
Was genau dabei passiert, wann sie notwendig ist und was du danach wissen solltest, das erklären wir hier.
Was ist eine Ausschabung?
Bei einer Ausschabung wird die Gebärmutterschleimhaut ganz oder teilweise entfernt. Der Eingriff dauert in der Regel nur wenige Minuten und wird heute meist ambulant durchgeführt.
Je nach medizinischem Anlass kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz:
- die klassische Kürettage mit einem feinen Instrument
- die Saugkürettage, bei der das Gewebe abgesaugt wird
Wann ist eine Ausschabung notwendig?
Eine Ausschabung kann aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen erfolgen. Häufige Gründe sind:
- nach einer Fehlgeburt, wenn nicht alles Gewebe von selbst abgegangen ist
- nach einem Schwangerschaftsabbruch
- bei einem Windei (Schwangerschaft ohne Embryo)
- bei anhaltenden Blutungsstörungen
- zur Abklärung von auffälligen Befunden, etwa bei Verdacht auf Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut
Ziel einer Ausschabung ist immer, Komplikationen wie Infektionen oder starke Blutungen zu verhindern oder eine sichere Diagnose zu ermöglichen.
Wie läuft eine Ausschabung ab?
Eine Ausschabung erfolgt heute fast immer unter Vollnarkose, seltener unter örtlicher Betäubung. Der eigentliche Eingriff dauert meist 5 bis 10 Minuten.
Der Ablauf kurz erklärt:
- Der Muttermund wird vorsichtig erweitert
- Das Gewebe wird mit einem feinen Instrument oder per Absauger entfernt
- Das entnommene Material wird, falls nötig, im Labor untersucht.
Nach kurzer Beobachtung kannst du in der Regel noch am selben Tag nach Hause.
Wie sicher ist eine Ausschabung?
Die Ausschabung gilt als sehr sicherer Eingriff. Schwere Komplikationen sind selten. Wie bei jeder Operation gibt es dennoch Risiken, etwa:
- Infektionen
- starke Nachblutungen
- sehr selten Verletzungen der Gebärmutter
Dank moderner Technik und Erfahrung treten diese Komplikationen heute nur in Ausnahmefällen auf.
Tut eine Ausschabung weh?
Während des Eingriffs selbst spürst du keine Schmerzen, da er unter Narkose durchgeführt wird. Nach der Ausschabung können leichte bis mäßige Unterleibsschmerzen auftreten, vergleichbar mit Menstruationsschmerzen. Auch Blutungen und Schmierblutungen sind normal und klingen meist nach wenigen Tagen ab.
Wichtig:
Bei starken, anhaltenden Schmerzen, Fieber oder sehr starken Blutungen solltest du sofort deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt kontaktieren.
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Was ist nach der Ausschabung wichtig?
Nach dem Eingriff benötigt der Körper Zeit zur Regeneration. Das bedeutet:
- körperliche Schonung für ca. eine Woche
- auf Tampons, Geschlechtsverkehr und Vollbäder sollte vorübergehend verzichtet werden
- der Kontrolltermin bei der Frauenärztin sollte unbedingt wahrgenommen werden
Die erste Regelblutung setzt meist nach 4 bis 6 Wochen wieder ein.
Wann kann man nach einer Ausschabung (wieder) schwanger werden?
Medizinisch gesehen ist eine Schwangerschaft schnell wieder möglich. Ärztinnen und Ärzte empfehlen jedoch, ein bis zwei Zyklen abzuwarten, damit sich die Gebärmutterschleimhaut vollständig regeneriert hat. Auch emotional sollte man die Ausschabung verarbeitet haben, bevor man versucht, (erneut) schwanger zu werden.
Höre also auf dich, deinen Körper und deine Gefühle. Es gibt kein ‚richtiges‘ Tempo.
Noch ein Wort zur emotionalen Seite
Eine Ausschabung steht häufig im Zusammenhang mit einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch. Beides kann emotional sehr belastend sein. Trauer, Wut, Schuldgefühle oder Leere sind normale Reaktionen.
Scheue dich nicht, Unterstützung anzunehmen, sei es im persönlichen Umfeld, bei Beratungsstellen oder im ärztlichen Gespräch.
Quellen:
Frauenärzte im Netz
Onmeda.de
Bundesverband für ambulantes Operieren e.V.
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Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen lediglich der Information und ersetzen keine medizinische Diagnose. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltest du deine Ärztin oder deinen Arzt kontaktieren.
