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Wochenfluss: Was nach der Geburt normal ist und wann du aufmerksam sein solltest

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Vorab im Video: Was du über das Wochenbett wissen solltest

Wochenfluss gehört zur Rückbildung. Erfahre, wie lange er dauert, wie er sich verändert und wann du ärztlichen Rat brauchst.

Inhaltsverzeichnis

Über den Wochenfluss wird wenig gesprochen. Dabei betrifft er jede Frau nach der Geburt. Für viele ist diese mehrwöchige Blutung verunsichernd, besonders in einer Zeit, in der sich der Körper ohnehin fremd anfühlt.

Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen: Was ist normal? Wie verändert sich der Wochenfluss? Und bei welchen Anzeichen solltest du ärztlichen Rat einholen?

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Was ist der Wochenfluss?

Nach der Geburt löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand. Zurück bleibt eine Wundfläche etwa in der Größe einer Handfläche. Zusätzlich können im Geburtskanal kleine Verletzungen entstanden sein.

Der Wochenfluss besteht aus:

  • Blut
  • Wundsekret
  • Geweberesten
  • Bakterien

All das wird in den Wochen nach der Geburt ausgeschieden. Dass der Wochenfluss ungehindert abfließen kann, ist wichtig für die Heilung und zur Vorbeugung von Infektionen.

Stillen und Wochenfluss

Stillen wirkt sich meist positiv auf den Wochenfluss aus. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das die Gebärmutter zum Zusammenziehen anregt. Dadurch kann sie sich schneller zurückbilden.

Viele Frauen spüren dabei ein Ziehen im Unterbauch, die sogenannten Nachwehen. Diese sind normal und klingen nach einigen Tagen ab. Bei starken Schmerzen kann nach Absprache mit der Hebamme oder Frauenärztin auch ein Schmerzmittel eingenommen werden.

Gibt es auch nach einem Kaiserschnitt Wochenfluss?

Ja. Auch nach einem Kaiserschnitt haben Frauen Wochenfluss. Denn unabhängig von der Art der Geburt, löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und hinterlässt eine Wunde, die abheilen muss.

Der Wochenfluss kann nach einem Kaiserschnitt manchmal etwas schwächer sein, ist aber genauso wichtig.

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Der Wochenfluss dauert in der Regel drei bis sechs Wochen. Er verändert sich dabei in Farbe, Menge und Konsistenz. Diese Veränderungen sind Teil des Heilungsprozesses:

Wochenfluss Phase 1: Die ersten Tage

  • sehr stark
  • flüssig
  • blutrot

Nach längerem Liegen kann der Wochenfluss auch schwallartig einsetzen. Auch größere Blutklumpen sind anfangs möglich und meist unbedenklich.

Wochenfluss Phase 2: Nach etwa einer Woche

  • deutlich schwächer
  • bräunlich bis dunkelrot

Wochenfluss Phase 3: Nach zwei bis drei Wochen

  • gelblich oder gräulich
  • zähflüssig
  • meist nur noch leicht

Wochenfluss Phase 4: Gegen Ende

  • weißlich
  • wässrig
  • sehr schwach

Wie lange die einzelnen Phasen dauern, ist individuell unterschiedlich. Der Körper gibt hier das Tempo vor.

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Hygiene und Verhalten während des Wochenflusses

Da das Infektionsrisiko in dieser Zeit erhöht ist, solltest du ein paar Dinge beachten:

  • keine Tampons
  • möglichst kein Vollbad
  • Sex nur mit Kondom oder besser erst nach dem Ende des Wochenflusses

Warum keine Tampons?

Tampons verhindern, dass der Wochenfluss ungehindert abfließen kann. Zudem können sie Bakterien zurückhalten oder neue Keime in die Gebärmutter bringen. Das erhöht das Infektionsrisiko deutlich.

Welche Binden sind geeignet?

  • in den ersten Tagen große, saugfähige Binden oder Vlieswindeln
  • später reichen normale Binden oder Slipeinlagen

Wechsle die Binden regelmäßig, alle 2 bis 3 Stunden, und achte auf eine gründliche Handhygiene.

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Der Wochenfluss sollte allmählich schwächer werden. Wende dich an deine Hebamme oder Ärztin, wenn:

  • der Wochenfluss plötzlich komplett stoppt (Verdacht auf Wochenflussstau)
  • du Fieber oder Schüttelfrost bekommst
  • der Wochenfluss unangenehm oder faulig riecht
  • die Blutung plötzlich wieder sehr stark wird
  • du stündlich deine Binde wechseln musst
  • viele oder sehr große Blutklumpen auftreten
  • die Farbe wieder rot wird

Ein Wochenflussstau kann zu ernsten Infektionen führen und sollte immer abgeklärt werden.

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Kann man den Wochenfluss unterstützen?

Ja, das kann man. Versuche unter anderem Folgendes:

  • Bauchlage: 1–2 Mal täglich für 20–30 Minuten
  • leichte Bauchmassage im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel
  • regelmäßige leichte Bewegung im Alltag, bspw. kurze Spaziergänge

Sitzbäder oder andere Maßnahmen zur Unterstützung des Wochenflusses solltest du nur nach Rücksprache mit deiner Hebamme durchführen.

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So unangenehm der Wochenfluss auch sein mag, er ist ein wichtiger Teil der Rückbildung. Wer weiß, was normal ist, kann entspannter damit umgehen und erkennt schneller, wann Hilfe nötig ist.

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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der Information. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltest du deine Frauenärztin oder deine Hebamme kontaktieren.